Unternehmen lassen sich etwas einfallen, um ihre Azubis zu motivieren
Ausbildung mit dem gewissen Etwas

Eine Firma, in der die Auszubildenden das Sagen haben, Kennenlerntage mit Adrenalin-Kick, eine Azubi-Band oder besonders geförderte Auslandsaufenthalte - dies sind nur einige Beispiele von Ideen, mit denen Unternehmen beim Nachwuchs punkten.

Man spricht auch von einem "Kampf um die klügsten Köpfe": Gut ausgebildetes Personal ist in Deutschland gefragt wie noch nie. Wer ein überzeugendes Bewerberprofil vorweisen kann, ist hier also im Vorteil.

In den vergangenen Jahren haben aber auch viele Unternehmen erkannt, dass es sich auszahlt, die Attraktivität der eigenen Ausbildung zu steigern. Nicht nur, weil sich dann mehr Interessierte bewerben, sondern auch, weil das eigene Personal am Ende rundherum qualifiziert ist und neben den nötigen fachlichen Kompetenzen noch weitere Schlüsselqualifikationen mitbringt.

Denn: In besonderen Ausbildungsprojekten werden Soft Skills wie Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und interkulturelle Kompetenzen geschult. Hinzu kommt der Spaß an der Sache, der die Motivation steigert.

Wertvolle Tipps zu Ausbildungsbetrieben mit solchen Extras können die Berufsberatungen der Arbeitsagenturen geben. Hans Nick beispielsweise, der bei der Agentur für Arbeit in einer Abiturientenberatung tätig ist, nennt einige Beispiele für innovative Ausbildungskonzepte:

"Mehrere Firmen lassen ihre Auszubildenden in Juniorfirmen für einen bestimmten Zeitraum die Chefrolle übernehmen. International tätige Unternehmen ermöglichen Auslandsaufenthalte in Tochterfirmen. Bei einigen Ausbildungsbetrieben gehören auch Angebote wie zum Beispiel Theaterworkshops zur Ausbildung."

Mögliche Azubi-Projekte sind auch die Organisation eines Betriebsfestes oder eines Messeauftritts, bei denen sich der Nachwuchs beweisen kann. Andere Ausbildungskonzepte beinhalten spezielle Zusatzqualifikationen: Die Azubis können etwa mehrere Abschlüsse in kürzerer Zeit erwerben.

Einige Firmen, die sich im Wettbewerb um die Azubis gut positionieren wollen, bieten auch sogenannte "Incentives", zusätzliche Anreize, die motivieren. Dazu zählen Konzertkarten oder Ähnliches - besonders dort, wo Bewerber es sich aussuchen können.

Der Arbeits-Experte verweist zudem auf Programme wie "Berufsausbildung ohne Grenzen", welche die Mobilität von Auszubildenden durch Praktika im Ausland unterstützen und damit auch die Ausbildung aufwerten.

Um die Motivation und den Teamgedanken der Auszubildenden zu steigern, werden häufig auch sogenannte Kennenlerntage angeboten, bei denen sich die Jugendlichen gegenseitig beschnuppern können.

Inwieweit kann man als Azubi von solchen neuen Formen in der Berufsbildung profitieren? Hans Nick erklärt es am Beispiel der Juniorfirma: "In jungen Jahren bereits Verantwortung für einen Teil der Firma zu übernehmen, ist natürlich reizvoll und fördert unternehmerisches Denken, selbstständiges Handeln, Projekterfahrung und nicht zuletzt Soft Skills wie Kommunikations- und Präsentationsfähigkeit."

Vergleichbares gilt für Workshops und andere Azubi-Projekte. Auslandsaufenthalte fördern insbesondere die Fremdsprachenkenntnisse und vermitteln Wissen über andere Kulturen.

"Die dort gesammelten Erfahrungen nutzen im Anschluss an die Ausbildung im Berufsleben oder in einem anschließenden Studium. Manche Arbeitgeber belohnen ein solches Engagement auch mit einem Stipendium für ein Studium." (abi)
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