Vatikan sieht Präzedenzfall - "Komplexer Sachverhalt"
Bistum Limburg will Geld von Tebartz

Das Bistum Limburg besteht wegen der aus dem Ruder gelaufenen Kosten für das Bischofshaus auf einer materiellen Wiedergutmachung durch den emeritierten Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Medien hatten am Donnerstag berichtet, dass das Bistum einen Schadenersatz in Höhe von 3,9 Millionen Euro fordere. Das letze Wort hat aber der Vatikan.

"Die Entscheidung darüber, ob und in welcher Höhe und auf welchem Wege Forderungen erhoben werden, kann nur im Einvernehmen mit dem Vatikan erfolgen", sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle. Grundsätzlich sei bei Rechtsakten gegen einen Bischof der Heilige Stuhl zuständig. Das Vorgehen der Diözese Limburg, direkte Geldforderungen an einen Bischof zu stellen, bilde einen Präzedenzfall, hieß es am Donnerstag aus Vatikankreisen. In der Vergangenheit seien Entschädigungsforderungen nicht an Bischöfe gerichtet worden, sondern an deren Diözesen.

Doch der Apostolische Administrator des Bistums, Manfred Grothe, habe Tebartz-van Elst nicht im Vatikan angezeigt, sagte Schnelle. Grothe nehme aber seinen Auftrag sehr ernst, Schaden von der Diözese abzuwenden. Grothe habe mehrfach, zuletzt im April, in Gesprächen im Vatikan die kirchenrechtlichen Fragestellungen sowie die Frage nach einer materiellen Wiedergutmachung vorgebracht. Die komplexen Sachverhalte würden derzeit sorgfältig geprüft. Dies könne lange dauern.
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