Verstorben

Am Friedhof erinnerte SPD-Vorsitzender Georg Zierer (links) an die jahrzehntelange Treue von Paul Röther. Eine große Trauergemeinde nahm am Mittwoch Abschied. Bild: gz
Abschied von Paul Röther

"Nun lass deinen Diener in Frieden fahren." Der evangelische Pfarrer Peter Peischl aus Vohenstrauß erinnerte am Mittwoch in der voll besetzten Friedhofskapelle an das bewegte Leben des Eslarners Paul Röther. Er war plötzlich und unerwartet am zweiten Weihnachtsfeiertag gestorben.

An der Bestattungsfeier mit Urnenbeisetzung nahmen Familie und Verwandte sowie eine große Trauergemeinde, darunter Zollbeamte, Vereinsabordnungen und viele Freunde, teil. SPD-Vorsitzender Georg Zierer würdigte die jahrzehntelange Treue des Verstorbenen. "Paul Röther stand in rund 50 Jahren der SPD mit Rat und Tat zur Seite und war aufgrund seines freundlichen Wesens ein gern gesehener Gast." Im Auftrag der Reservistenkameradschaft spielte Tobias Zeitler aus Oberviechtach das Kameraden- und Feiertagslied. Auch der Oberpfälzer Waldverein verabschiedete sich von seinem langjährigen Weggefährten.

Mit dem gemeinsamen Lied "Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand" und mit den Worten "Wir müssen Abschied nehmen" baute Peischl eine Brücke für einen Rückblick auf ein erfülltes und glückliches Leben.

Röther wurde am 16. Oktober 1939 in Windischeschenbach geboren und verbrachte dort seine Kinder und Jugendjahre. Nach der Schulzeit und einer Lehre als Glasschleifer führte ihn 1967 der Weg nach Schweinfurt zur Zollverwaltung. Nach der Ausbildung wurde er an der innerdeutschen Grenze in Bad Königshofen und anschließend an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze in Schönsee und Eslarn eingesetzt.

Die Marktgemeinde Eslarn bestimmte Röther nach der Hochzeit mit seiner "Lilo", wie er seine Elisabeth liebevoll nannte, zur Wahlheimat. Die beruflichen Wege führten den Zöllner 1973 drei Monate zum Stuttgarter Flughafen und nach seiner Rückkehr als aufsichtsführender Beamter zur Grenzabfertigungsstelle Waidhaus II, wo er als Beamter zur besonderen Verwendung (BZBV) eingesetzt wurde. Während der rund 33 Dienstjahre war Röther bis zum Ruhestand ein loyaler und zuverlässiger Mitarbeiter und gegenüber allen Kollegen hilfsbereit und solidarisch.

"Mit 70 kamen die gesundheitlichen Probleme", erinnerte Pfarrer Peischl an einen Schlaganfall und Krankenhausaufenthalt. Am 16. Oktober feierte Röther mit Ehefrau Elisabeth und Sohn Thomas im Kreise von Verwandten, Nachbarn, Freunden und Vereinsabordnungen noch 75. Geburtstag. Außerdem hatte er sich noch einer medizinischen Rehabilitation unterzogen. "Was bleibt, sind die Erinnerungen. Ich wünsche der Familie, dass sie im Schutz der Erinnerung und in Dankbarkeit den Weg der Trauer besteht", tröstete Peischl die Hinterbliebenen. "Ein Tag, der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit", sang die Trauergemeinde als letzten Gruß. (gz)
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