Viele Farben und Facetten

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung der Shell-Studie. Neben ihr einer der Autoren, Mathias Albert von der Universität Bielefeld.

Am liebsten wollen sie alles: Deutsche Jugendliche wünschen sich einen sicheren Job, genug Zeit für die Freizeit und engagieren sich zunehmend politisch. Das und noch viel mehr steht in der neuen Shell-Jugendstudie.

Das sind die wichtigsten Themen der befragten 12- bis 25-Jährigen im Überblick:

Familie: Ihre Familie hat für die meisten Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Mehr als 90 Prozent der Befragten haben ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Fast drei Viertel würden die eigenen Kinder der Shell-Studie zufolge so erziehen wie sie selbst erzogen wurden. Eigener Nachwuchs verliert aber an Bedeutung: Nach einem Anstieg auf 69 Prozent im Jahr 2010 liegt der Anteil der Befragten mit Kinderwunsch derzeit nur bei 64 Prozent.

Beruf: Ein sicherer Job ist fast allen (95 Prozent) wichtig oder sehr wichtig. Karriere ist aber eher zweitrangig: Weniger als die Hälfte (47 Prozent) hält Überstunden für nötig, um "etwas zu werden". Dagegen finden 91 Prozent der Befragten, dass Familie und Kinder neben dem Beruf nicht zu kurz kommen dürfen.

Freizeit: Etwa jeder dritte Jugendliche ist in der Freizeit gesellig - und hat vor allem Unternehmungen mit Freunden auf dem Programm. Insgesamt hat bei den Aktivitäten aber das Internet an Bedeutung gewonnen: Im Schnitt sind 12- bis 25-Jährige pro Woche demnach mehr als 18 Stunden online.

Internet: Der Großteil (84 Prozent) ist der Meinung, dass Facebook oder Google mit persönlichen Informationen Geld verdienen wollen. Zwei Fünftel meinen, dass "man bei sozialen Netzwerken deshalb dabei sein muss, weil man sonst nicht mitbekommt, was die anderen machen".

Politik: Das Interesse der Jugend an Politik steigt. 41 Prozent bezeichnen sich selbst als entsprechend interessiert. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 sagte das nicht einmal jeder Dritte. 69 Prozent meinen allerdings "Politiker kümmern sich nicht darum, was Leute wie ich denken."

Heimat: 62 Prozent der Jugendlichen sind stolz, Deutsche zu sein. Die Mehrheit findet dabei übrigens, dass Stolz auf das Heimatland ganz von selbst kommt, wenn man sich in einer Kultur eingelebt hat.

Werte: Gute Freunde sind Jugendlichen besonders wichtig (89 Prozent), gefolgt von einem vertrauenswürdigen Partner (85 Prozent) und einem guten Familienleben (72 Prozent). 84 Prozent finden Respekt vor Gesetz und Ordnung wichtig. 82 Prozent sagten, man müsse "die Vielfalt der Menschen anerkennen und respektieren".

Religion: Die Mehrheit der Jugendlichen gehört zwar einer Glaubensgemeinschaft an - allerdings finden es nur 38 Prozent der Christen wichtig, an Gott zu glauben. Bei muslimischen Jugendlichen sieht das mit 81 Prozent ganz anders aus. Auch zwischen Ost und West gibt es Unterschiede: Für 68 Prozent der ostdeutschen Jugendlichen ist der Glaube an Gott unwichtig, im Westen sagten das deutlich weniger (45 Prozent).

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Links und Videos zur Shell-Studie:

http://www.oberpfalznetz.de/shell
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