Viele Opfer bei Flüchtlingsdrama im Mittelmeer - Bayern droht Notlage in Herbst
Frachtraum als Todesfalle

Das irische Marineschiff "Niamh" mit Überlebenden legte am Donnerstag in Palermo an. Bild: dpa
Nach einem neuen Flüchtlingsdrama im Mittelmeer haben Rettungskräfte die Suche nach etwa 200 Vermissten fortgesetzt. Allerdings schwand die Hoffnung, weitere Überlebende am Unglücksort vor der Küste Libyens zu bergen. Wie die italienische Küstenwache am Donnerstag mitteilte, konnten von den etwa 600 Menschen an Bord 373 gerettet werden, die Helfer bargen zudem 25 Leichen. "Es ist unwahrscheinlich, dass weitere Überlebende gefunden werden", sagte Martin Xuereb von der privaten maltesischen Flüchtlingshilfe MOAS, die ebenfalls an dem Einsatz beteiligt war. Nach Angaben von Geretteten waren etwa 100 Migranten im Frachtraum des Schiffes.

Bayern steuert im Herbst auf eine Notlage bei der Unterbringung neuer Flüchtlinge zu. Allein in den ersten fünf Augusttagen seien 6560 Asylbewerber im Freistaat angekommen, berichtete Sozialministerin Emilia Müller (CSU) am Donnerstag auf Anfrage. Der Landkreistag schlägt die Öffnung weiterer Kasernen vor sowie rasch erstellbare Holzbauten. Die SPD will unterdessen die Arbeitsmöglichkeiten für Menschen vom Westbalkan ausweiten und so die Zahl der Asylbewerber von dort eindämmen. Menschen aus der Region sollen demnach ein Arbeitsvisum für Deutschland bekommen können, wenn sie einen Arbeitsvertrag vorweisen, der eine Bezahlung nach Mindestlohn beinhaltet. (Seite 5)
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