Virus breitet sich aus

Auf einer weiteren niederländischen Geflügelfarm sind derzeit Behördenmitarbeiter in Schutzanzügen unterwegs. Es ist der dritte Fall der gefährlichen Tiergrippe in unserem Nachbarland. Bild: dpa

Die Vogelgrippe ist auf einem dritten Hof in den Niederlanden aufgetaucht. Bei zwei Höfen ist klar: Hier handelt sich um den gefährlichen Virus-Subtyp H5N8. Auch der "Umsteigebahnhof" der Erreger ist gefunden.

Das Virus wurde am Freitag in einem dritten Geflügelhof entdeckt, wie das Wirtschaftsministerium in Den Haag mitteilte. Die Tötung der rund 10 000 Tiere des Hofes im Dorf Kamperveen nahe der Stadt Zwolle sei angeordnet worden. Am Freitag war mit der Tötung von 43 000 Legehennen eines Betriebes in Ter Aar nahe der Stadt Leiden begonnen worden. Bei der dort entdeckten Vogelgrippe handelt es sich um den aus Asien stammenden und potenziell auch für Menschen gefährlichen Subtyp H5N8, wie die Labortests inzwischen ergaben.

Wasservögel als "Boten"

Seit Donnerstag gilt in den Niederlanden abermals ein landesweites Transportverbot für Geflügel, Eier und gebrauchtes Stroh. Die Bestätigung eines weiteren H5N8-Ausbruchs in den Niederlanden hat nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Institus (FLI) vorerst keine Auswirkungen auf die deutsche Geflügelhaltung. Derzeit seien in Deutschland auch keine Transportbeschränkungen vorgesehen.

Die gefährliche Vogelgrippe H5N8 wurde Anfang November auf einem Hof in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen. Der Subtyp war zuvor nur in Asien aufgetreten. Auch Großbritannien meldete einen Ausbruch.

Die nach Europa eingeschleppten Viren sind möglicherweise im Osten Russlands auf Zugvögel übertragen worden. Wie eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler- Instituts sagte, treffen wilde Wasservögel im Sommer auf Brut- und Rastplätzen an sibirischen Seen zusammen. Von dort fliegen sie sowohl nach Südostasien als auch nach Europa weiter. Sibirien könne somit ein "Umsteigebahnhof" für die Viren sein.
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