"Vom Schlafwagen zum ICE"

Die Worte des SPD-Vorsitzenden Alfred Schuster haben die Mitglieder der Jungen Union (JU) nicht vergessen. Der Konter kam in der Jahreshauptversammlung.

Immenreuth. (bkr) Alfred Schuster hatte in der Jahreshauptversammlung der Genossen erklärt, dass die Gemeinde seit der Kommunalwahl in einem "Schlafwagen erster Klasse" fahre. Dem entgegnete JU-Vorsitzender Andreas Popp im Feuerwehrgerätehaus Punreuth, dass in den vergangenen zehn Monaten viel mehr passiert sei als in den sechs Jahren zuvor. CSU-Bürgermeister Heinz Lorenz "hat einen Schlafwagen übernommen und fährt nun im ICE weiter".

Das neu organisierte Bürgermeisterbüro nannte er in diesem Zusammenhang ebenso wie Lorenz' Einsatz beim Breitbandausbau, für den sein Vorgänger keinen weiteren Bedarf gesehen habe. Nun sollen alle Gemeindeteile von der Gabellohe bis zum Poppenberg erschlossen werden.

Der 65 Mitglieder zählende Ortsverband frischte bei der Versammlung die Nikolausaktion, die 18. Auflage des Vereinskalenders, die Teilnahme am Politischen Aschermittwoch in Passau und die Christbaumabholaktion auf. Das abgelaufene Jahr prägten ebenso die Fahrt zum Gäubodenfest, den Kinobesuch im Ferienprogramm und das Kirwaessen im Oktober. 650 Euro wurden für den Helfer vor Ort und 200 Euro für den kleinen Moritz gespendet.

Bürgermeister Heinz Lorenz dankte der CSU-Nachwuchsorganisation für die Unterstützung. Dass die Gemeinde in keinem "Schlafwagen" fahre, widerlegte er mit dem Hinweis auf die digitalisierten Kanal- und Wasserstrecken, die in Auftrag gegebene Straßenbewertung für die Erhebung des Sanierungsbedarfs und den Beitritt zur Steinwaldallianz. Beim Baugebiet Steinäcker sei für dieses Jahr die Erschließung angestoßen worden. Ziel sei, auch die Rechtskraft für das Gewerbegebiet Ost zu erreichen. Zum Abschluss kämen die Arbeiten am Kindergarten.

Der Rathauschef machte kein Geheimnis um eine weiter steigende Pro-Kopf-Verschuldung bis zum Abschluss der Hochbaumaßnahmen und den Straßensanierungen. Hoffnung setzt er auf die Mitgliedschaft bei der Steinwaldallianz und der Möglichkeit hier Förderungen aus dem EFRE-Programm zu erhalten. Er sieht zumindest eine Chance, bei der Sanierung des Rathauses entlastet zu werden.

JU-Kreisvorsitzender Bernhard Söllner brachte als gute Nachricht vom Kreistag die Überlegungen mit, die Kreisumlage von 49 um einen halben, wenn nicht sogar einen ganzen Punkt zu senken. Aktuell zahle Immenreuth 641 000 Euro als Kreisumlage.

Kritisch betrachtete Söllner die steigenden Personalkosten beim Landkreis. Sie sollen um 680 000 Euro steigen. Die Pro-Kopf-Verschuldung des Landkreises sei die höchste in der Oberpfalz und liege bei einem Schuldenberg von 20 099 646 Euro deutlich über dem Bayern-Schnitt.

Miete für Schule anpassen

Bei der Realschule in Kemnath sah Söllner einen Sanierungsrückstand, den es in den nächsten Jahren zu beheben gelte. Zur Förderschule Immenreuth ließ er erkennen, dass der von der Gemeinde mit dem Landkreis abgeschlossene Mietvertrag zu einem Minus bei der Gemeinde führe. Die jährliche Miete, die sämtliche Nebenkosten beinhaltet, müsste nach oben korrigiert werden. Die Arbeit der JU lobte CSU-Ortsvorsitzender Lothar Porst und dankte für die aktive Unterstützung bei der Kommunalwahl.

Neben den gewohnten Terminen richtet der Ortsverband am 23. Mai die JU-Kreisversammlung aus. Das Bürgerfest am 12. Juli will man mit einem Bobbycar-Rennen bereichern.
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