Von Alexander Rädle
Kommentar: Wunden, die nicht bluten

Bei der Maxhütte waren die Behörden nicht nur auf einem Auge blind. Sie haben alle Augen und Hühneraugen zugedrückt - und die Verantwortlichen im Werk über Jahrzehnte vor sich hin wursteln lassen.

In den letzten Jahren der Maxhütte ging es darum, die Jobs zu erhalten. Aber zuvor, nach dem Krieg, bis in die 1970er Jahre hinein? Damals lief das Werk prächtig. Geld für Investitionen in Arbeitsschutz wäre dagewesen. Für die unsichtbaren, nicht greifbaren Gefahren hat sich aber damals kaum jemand interessiert - fast überall. Frei nach dem Motto: Wo kein Blut, da keine Verletzung.

Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Ungeachtet dessen: Das Leid der Betroffenen existiert. Nach wie vor. Eine angemessene Entschädigung für ehemalige Beschäftigte, die "Dreck fressen" mussten, kann da nur recht und billig sein.

alexander.raedle@derneuetag.de
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