Von Vorteil für den Nachwuchs

Seit 2010 sind die Unterhaltssätze für Trennungskinder nicht gestiegen. Mit der neuen "Düsseldorfer Tabelle" ändert sich das. Grafik: dpa

Für Familiengerichte und geschiedene oder getrennt lebende Eltern ist die "Düsseldorfer Tabelle" die Richtschnur für den Unterhalt der Kinder. Jetzt gibt es eine neue Auflage der Übersicht.

Die Kinder profitieren künftig von einem höheren Steuerfreibetrag. Anfang 2016 soll er noch einmal steigen. Einige wichtigen Fragen zum Thema:

Warum bekommen Trennungskinder mehr Geld?

Der steuerliche Kinderfreibetrag wurde auf 4512 Euro pro Jahr angehoben. Er muss für Unterhaltszahler, das sind meist die Väter, steuerfrei bleiben. Daraus ergeben sich höhere Unterhaltssätze für die Kinder. Der erhöhte Freibetrag gilt seit Anfang 2015, das Gesetz wurde aber erst am 22. Juli 2015 verkündet. Deshalb konnte die "Düsseldorfer Tabelle" erst zum 1. August verändert werden. Sie gilt aber nicht rückwirkend. Zuletzt war in der Tabelle etwas für die Unterhaltszahler getan worden: Sie durften einen höheren Betrag für sich behalten.

Auch das Kindergeld wurde zu Jahresbeginn angehoben - wie wirkt sich das aus?

Wer Unterhalt zahlt, kann das Kindergeld normalerweise zur Hälfte verrechnen. Nur für dieses Jahr ist das per Gesetz anders geregelt: Für Zahler gilt noch das alte Kindergeld. Die Erhöhung verbleibt ausschließlich bei dem betreuenden Elternteil. Hintergrund ist wohl, dass die Kinder in dem Jahr zunächst weniger Unterhalt bekommen.

Schon Anfang 2015 gab es eine geänderte Tabelle, nun eine Neuauflage und Anfang 2016 wohl schon wieder - warum?

Anfang dieses Jahres wurde unterhaltspflichtigen Vätern und Müttern mehr Geld für das eigene Existenzminimum zugestanden.

Nun wirkt sich der höhere Kinderfreibetrag aus: Zwei Tabellen in einem Jahr sind ungewöhnlich, aber die Richter reagieren damit auf aktuelle gesetzliche Regelungen. Und 2016 wird voraussichtlich der steuerliche Kinderfreibetrag um 96 Euro auf dann 4608 Euro erhöht.

Was steht in der Tabelle?

Die Tabelle ist nach Alter des Kindes und Nettoeinkommen gegliedert: Wer mehr verdient, zahlt auch mehr für den Nachwuchs, und Jüngere bekommen nicht so viel wie Ältere. Der niedrigste Betrag für das geringste Einkommen ist 328 Euro für ein Kind bis zum sechsten Lebensjahr. Die Tabelle ist allerdings nur eine Richt- linie, kein Gesetz.

Wie entsteht die Kinderunterhalts-Tabelle, und seit wann gibt es sie?

Fachleute aller 24 Oberlandesgerichte in Deutschland sind beteiligt. Auch die Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages ist einbezogen. Vor über 50 Jahren wurde die Tabelle zunächst für den internen Gebrauch vom Landgericht Düsseldorf verfasst und später vom OLG weiterentwickelt.

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Online: www.olg-duesseldorf.nrw.de/ infos/Duesseldorfer_tabelle/
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