Von Winkelschule und anderem Amüsantem in Köfering
Mit Schule gehadert

(brü) Neues und Amüsantes über das Schul- und Kirchenleben in Köfering präsentierte Ortsheimatpfleger Hans Prem den Teilnehmern der Geschichtswanderung bei einer Einkehr im Gasthaus Grasser. Für Staunen sorgten zum Beispiel eine Federzeichnung von Hans Laßleben und der Text von R. Holzgartner aus Loitzendorf aus dem 18. Jahrhundert. So erfuhren die Zuhörer, dass bereits seinerzeit neben dem Dorfweiher eine Holzkapelle stand.

1726 sollte diese per Beschluss in eine Steinkapelle umgewandelt werden, um sie 1733 zu "benedizieren". Bei einem Großbrand am 20. September 1782 konnte die Kapelle laut Prem nur durch den Abriss ihres Holzturms gerettet werden.

Dass die Winkelschule nicht nur als Abbild am Kachelofen in Köfering, sondern auch bei vielen Bürgern sogar über Amberg hinaus bekannt ist, war eine weitere interessante Info des Ortsheimatpflegers. So war nach seinen Worten lange Zeit der Ausspruch, "moanst ebba, i bin z'Kefering in d'Schul ganga", gleichzusetzen mit: "Meinst du vielleicht, ich hab' gar nichts gelernt?". Selbst die jüngere Generation könne sich noch an Aussagen der Großeltern bei einer schwachen schulischen Leistung erinnern: "Du bist ja beim Foußbauern sein Handochsn in d'Schul ganga."

Der "Foußbauer" war die Familie Grasser und damit auch das Gasthaus Grasser. Hier wurde laut Prem womöglich häufig die Winkelschule abgehalten, die im Wesentlichen aus nur einer Tafel bestand, die von Haus zu Haus wanderte. Zunächst sollten die Köferinger nach Hohenkemnath in die Schule gehen, später nach Kümmersbruck, berichtete der Heimatpfleger und fügte schmunzelnd an: Die Köferinger wehrten sich bis 1844 erfolgreich, ihre Kinder in den Unterricht zu schicken.

Bereits 1790 wurde der Schulinspektor Bauer aus Paulsdorf dorthin gesandt, um nachzusehen, ob der angestellte Schullehrer noch vorhanden sei. Ein Hinweis, wie eigenwillig die Köferinger den Schulbesuch interpretierten, scherzte Hans Prem zum Vergnügen seiner Zuhörer. Ferner sei den Akten zu entnehmen, dass es mit einem regelmäßigen Schulbesuch in Köfering wohl von jeher recht haperte.
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