Vor 25 Jahren starben zwei Babys in Bad Alexandersbad - Gericht lässt 53-jährige Mutter ziehen
Verjährt: Freispruch trotz Totschlag

Vor dem Prozessbeginn am 29. Oktober versuchte Rechtsanwalt Jürgen Schmidt, die weinende Angeklagte zu beruhigen. Rund 25 Jahre nach dem Tod ihrer beiden Babys folgte das Landgericht Hof dem Antrag der Verteidigung und sprach die 53-Jährige frei. Eine Mordabsicht habe man ihr nach so langer Zeit nicht mehr eindeutig nachweisen können, so die Urteilsbegründung. Bild: dpa
Sie hat nach Auffassung des Landgerichts Hof ihre zwei Babys vor mehr als 25 Jahren nach der Geburt sterben lassen. Dennoch muss eine 53 Jahre alte Frau aus Oberfranken nicht ins Gefängnis. Denn Mord konnte ihr in dem Prozess nicht nachgewiesen werden. Die Strafkammer bewertete den Fall zwar als Totschlag in zwei Fällen - doch diese Taten sind bereits verjährt. So wurde die Angeklagte am Mittwoch freigesprochen.

Die Leichen der beiden Babys waren im Vorjahr zufällig bei Bauarbeiten in Bad Alexandersbad (Landkreis Wunsiedel) gefunden worden. Der Vorsitzende Richter Matthias Burghardt sagte in seiner Urteilsbegründung, die Frau habe die beiden Babys nach den heimlichen Hausgeburten unversorgt gelassen. Sie habe gewollt, dass sie sterben. Ein Mordmerkmal wie etwa niedere Beweggründe habe man aber nach so langer Zeit nicht zweifelsfrei feststellen können. (Seite 3)
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