Vorerst keine US-Trainingsmission in Ukraine - Kiew vergrößert Streitkräfte
USA unterbrechen Militärhilfe

Ein seit langem geplanter Einsatz in der Ukraine von Teilen der 173. US-Luftlandebrigade aus Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) und dem italienischen Vicenza ist aufgeschoben worden. Ursprünglich sollten rund 300 US-Soldaten seit Donnerstag drei Bataillone der ukrainischen Nationalgarde ausbilden. Die Mission in Lemberg in der Westukraine an der Grenze zu Polen sollte bis Oktober dauern. Die Pläne waren im September angekündigt worden.

Aussagen des russischen Außenamtssprechers Alexander Lukaschewitsch, wonach die US-Soldaten bereits in der Ukraine angekommen seien, wies das US-Heer am Donnerstag zurück. "Das ist nicht wahr", sagte ein Sprecher des europäischen Oberkommandos des US-Heeres in Wiesbaden zu unserer Zeitung. "Soweit ich weiß, ist die Ausbildungmission ausgesetzt worden." Derzeit gebe es keine Soldaten der 173. Luftlandebrigade in der Ukraine.

Auch der Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministerium Alexander Poronjuk verneinte eine Ankunft von US-Soldaten. Das ukrainische Parlament in Kiew beschloss, die Streitkräfte zu vergrößern. 270 von 422 Abgeordneten stimmten dafür, die Zahl der Soldaten von 184 000 auf 250 000 zu erhöhen.

General Phillip Breedlove, Oberkommandierender der US-Streitkräfte in Europa, wies bereits vor einer Woche bei einer Pressekonferenz in Washington darauf hin, dass die US-Streitkräfte alles, was sie in der Ukraine tun wollen, derzeit erneut abwägen: "Was wir nicht wollen, ist die gegenwärtige Situation zu verschlechtern." Endgültig abgesagt ist die Ausbildungsmission der US-Fallschirmjäger aber nicht. Denn sie ist Teil eines vom US-Kongress abgesegneten Programmes, um die Ukraine zu unterstützen.(Kommentar)
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