"Wahlkrimi" beim Waldverein

Karl Weiser (Fünfter von links) ist neuer Vorsitzender des OWV Parkstein. Ihm zur Seite stehen Franz Bringer (Siebter von links), Schriftführerin Gabi Lingl (Dritte von links), Kassier John Beard (Vierter von rechts). Weiser ist gleichzeitig auch Vogelschutzwart. In dieser Funktion wird er von Alfons Pschierer (Dritter von rechts) unterstützt. Andreas Simmerl (links) stand nach 33-jähriger Tätigkeit als Vorsitzender für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Bild: bey

Karl Weiser ist neuer Vorsitzender des Oberpfälzer Waldvereins. In der Jahreshauptversammlung im "Bergstüberl" stand Andreas Simmerl nach 33-jähriger Tätigkeit für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.

Parkstein. (bey) 25 stimmberechtigte Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung gekommen. Eine Zahl, die beim Tagesordnungspunkt "Neuwahlen" als Desinteresse am Verein gewertet wurde. Auch altersmäßig war deutlich erkennbar: Junge Mitglieder fehlen. Ein Umstand, der laut stellvertretendem Vorsitzenden Klaus Kahler nicht nur in Parkstein zu spüren sei.

"Schreibts mich auf"

Vorsitzender Simmerl fasste sich in seinem letzten Jahresbericht kurz, weil das Programm 2014 entsprechend war. Zwei Vorstandssitzungen waren zu bewältigen, außerdem nahm der Vorstand an der Jahreshauptversammlung des Hauptvereins teil. Im Juni fuhren zehn Teilnehmer zum Nordgautag nach Cham. "Es sind halt immer die gleichen Mitglieder", meinte Simmerl.

Die Jahresfahrt führte nach Dinkelsbühl und in den Schlosspark Tennenlohe. Bei der Bergweihnacht herrschte trockenes Wetter, dafür blies ein bitterkalter Wind, erinnerte der Vorsitzende. Der Dank Simmerls galt dem Vorstand für die Zusammenarbeit, allen Helfern im Verein, der Gemeinde und einem örtlichen Geldinstitut für die finanzielle Unterstützung sowie dem Vereinskartell.

Kassier John Beard berichtete über die finanzielle Lage des Vereins, die sich dank eines Plus' gut darstellt. Die Kassenprüfer bescheinigten einwandfreie Kassenführung. Wander-wartin Sissy Bringer berichtete über die Emauswanderung mit 14 Teilnehmern. Alle anderen Wanderungen entfielen mangels Teilnehmer.

Vogelwart Karl Weiser listete seine Arbeit zum Wohl der gefiederten Freunde auf. Derzeit stellt der OWV 135 Nisthilfen zur Verfügung, von denen 116 besetzt sind. Neben den Nistkästen des Vereins kümmert sich der Vogelwart mit Unterstützung von Vogelschutzwart Alfons Pschierer um die Forstnistkästen der aufgelösten und aufgeteilten ehemaligen Forstdienststelle Parkstein. In diesem Bereich wurden 235 Forstnistkästen kontrolliert.

Durch witterungsbedingte Beschädigungen und Verlust stehen seit 1. Januar noch 229 Nistkästen zur Verfügung. Bei der Kontrolle wurden unter anderem fünf Fledermausarten gesichtet. Hier zählt der "Kleine Abendsegler" laut Weiser zu den Raritäten. Das Heimatrevier dieser Fledermausart ist im Hessenreuther Wald.

Als schwierig erwiesen sich die Neuwahlen. Simmerl, 81 Jahre alt und seit 33 Jahren im Amt, lehnte aus gesundheitlichen Gründen eine Wiederwahl ab. Darauf war die Versammlung offensichtlich nicht vorbereitet. Die Debatte mit Wahlleiterin Tanja Schiffmann um die Nachfolge brachte lange kein Ergebnis. Mit einem "gut, schreibts mich auf" gab schließlich der 76-jährige Vogelschutzwart Weiser sein Ja zur Nachfolge Simmerls.

Als Stellvertreter wurde Franz Bringer wiedergewählt. Die Kasse führt weiterhin Beard. Neu im Amt als Schriftführerin ist Gabi Lingl. Vogelschutzwart bleibt Weiser, dem als Stellvertreter Alfons Pschierer zur Seite steht. Wanderwartin ist erneut Bringer. Dem Ausschuss gehören Willi Bleich, Elfriede Beard, Bringer und Pschierer an. Kassenprüfer sind Reinhold Gerber und Karl Schuhmacher.

Junge Generation fehlt

Schiffmann dankte besonders Simmerl für seine Arbeit. Dem neuen Vorstand Weiser dankte die Bürgermeisterin für die spontane Entscheidung, im Verein Verantwortung zu übernehmen. Kahler, stellvertretender Vorsitzender des OWV-Hauptvereins, erkannte beim Parksteiner Zweigverein Parallelen. Hier sei man ebenfalls auf der Suche nach Stellvertretern, die angebotenen Wanderungen würden von immer wenigeren genutzt. "Es ist klar zu erkennen, dass den Vereinen die junge und mittlere Generation fehlt."
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