Wanderung rund um Schnaittenbach anlässlich der Europäischen Fledermausnacht
Fledermäusen auf der Spur

Schnaittenbach. (ads) Als die Nacht hereinbrach, begann ein spannendes Naturschauspiel: Die über 50 Teilnehmer an der Fledermauswanderung erlebten aus nächster Nähe, wie die sogenannten Kobolde der Lüfte auf Beutejagd gingen.

Die Veranstaltung von Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz rund um Schnaittenbach leitete der Fledermausexperte und Diplom-Forstwirt Rudi Leitl. Die Exkursion anlässlich der Europäischen Fledermausnacht war ein voller Erfolg. Die Natur zeigte sich an diesem Abend gut gestimmt und gab einen tiefen Einblick in ihre Geheimnisse.

Bei der Kontrolle der zahlreichen Fledermauskästen waren schon vor Einbruch der Dunkelheit diverse Fledermausarten auszumachen. Seit Jahren leitet Leitl in seiner Funktion als Gebietsbetreuer beim Landschaftspflegeverband die Fledermauswanderung auf den Kohlberger Höhen.

Die Tiere paaren sich bereits im Herbst, bevor sie in die Winterlethargie verfallen. "Fledermausweibchen sind nicht die Treuesten, denn sie statten zur Paarungszeit mehreren Fledermausmännchen in ihren Quartieren Besuche ab", stellte Leitl schmunzelnd fest. Um ihre Jungen zur Welt zu bringen, richten sie sich mit anderen Weibchen sogenannten Wochenstuben ein. Pro Jahr bringt es lediglich ein oder zwei Junge zur Welt.

"Je länger ich mich mit den Fledermäusen beschäftige, desto mehr Respekt bekomme ich vor diesen Tieren, denn sie haben eine ausgezeichnete Geburtenregelung, sind Top-Flieger mit einem hervorragendem Ortungssystem und verfügen über ein sehr gutes Gedächtnis", fasste Rudi Leitl zusammen. Die Spannung war groß, als der Fachmann den ersten Kasten öffnete, in dem sich neun Fransenfledermäuse befanden. In einem der nächsten war dann ein Männchen der Bechsteinfledermaus, die Laubwälder bevorzugt. "Wochenstubenkolonien der Bechsteinfledermaus gibt es in den Buchenwäldern bei Sitzambuch und am Johannisberg, einzelne Männchen kommen aber auch in den umliegenden Nadelwäldern vor", erklärte Leitl.

In einem weiteren Kasten fand sich eine Paarungsgruppe vom Großen Mausohr. Rudi Leitl dazu: "Die Männchen halten sich meist einzeln in Baumquartieren oder ersatzweise in Fledermauskästen auf und erhalten jetzt im Spätsommer und Herbst Damenbesuch." Im Landkreis gibt es vier Wochenstuben dieser Art, jeweils eine in den Kirchen von Hahnbach, Neukirchen, Hausen und Hohenburg.

Bei Einbruch der Dämmerung ging es zum Waldweiher, wo die Teilnehmer Zwerg- und auch eine Wasserfledermaus bei ihrer Beutejagd beobachten konnten. Per Detektor transportierte Rudi Leitl die Ultraschallrufe in den für den Menschen hörbaren Bereich, knatternde Geräusche waren dabei zu vernehmen.

Im Schein der Taschenlampe verfolgten die Teilnehmer die wendigen Flugmanöver der kleinen Luftakrobaten bei der Jagd nach Mücken und Nachtschmetterlingen.
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