Warnstreik stellt Eltern vor Probleme: Allein in Bayern blieben rund 400 Kindertagesstätten ...
Erzieher kämpfen um Anerkennung

Vor der dritten Tarifrunde für Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Kitas haben die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber noch einmal erhöht. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi legten am Mittwoch mehrere tausend Beschäftigte unter anderem in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern die Arbeit nieder.

Wegen der Warnstreiks mussten Tausende Eltern umplanen. Die nächste Tarifrunde findet heute in Düsseldorf statt. Zusammen mit der Gewerkschaft GEW fordert Verdi eine bessere Eingruppierung und damit Bezahlung der bundesweit rund 240 000 Kinderpfleger, Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen. Es geht ihnen um eine Einkommensverbesserung von rund zehn Prozent.

Allein in Hessen beteiligten sich rund 4000 Erzieher an dem Ausstand, 3000 waren es in Bayern. Gewerkschaftssekretärin Amely Poll sagte in Karlsruhe, es gebe zwar eine breite gesellschaftliche Wertschätzung für die Arbeit in Kitas und sozialen Diensten. "Der Wert der Leistung schlägt sich aber nicht in der Bezahlung nieder."

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) forderte "ernsthafte und zielorientierte Verhandlungen". Die Gewerkschaften hätten "bislang mehr gestreikt als verhandelt", kritisierte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Nach Angaben der VKA bedeuten die Forderungen von Verdi für die häufigste Gehaltsgruppe ein Gehaltsplus von 21 Prozent.

In Bayern blieben am Mittwoch wegen der Warnstreiks rund 400 Kindertagesstätten geschlossen. Die Schwerpunkte lagen in München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg. In Regensburg demonstrierten rund 200 Mitarbeiter aus den städtischen Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdiensts, des Sozialdiensts und der Kinder-und Jugendpsychiatrie sowie des Amberger Jugendamts für mehr Lohn. (Seite 5)
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