Warum schlug keiner Alarm?
Angemerkt

Unfassbar, schlichtweg unglaublich. Ein Jugendtreff, der drei Jahrzehnte lang existiert und um den sich nie jemand kümmert. "Die ganze Jugend kam zu Ihnen, und viele Erwachsene wussten das", wunderte sich die Richterin Roswitha Stöber.

Damit verband sie Fragen an den Beschuldigten: "Kamen da keine Behörden, wurde das Landratsamt nicht aufmerksam, sind da nicht auch mal Eltern erschienen, um sich zu erkundigen?" Die Antwort: "Eine Mutter war mal da. Sonst keiner."

30 Jahre lang konnte ein in ganz Pfreimd bekannter Mann seinen sexuellen Neigungen nachgehen. In der Stadt gab es Gerüchte und Mutmaßungen, herrschte wohl auch Verwunderung darüber, dass bei dem Handwerker die ganze Woche über Kinder und Jugendliche den Keller bevölkerten. Doch Alarm geschlagen hat keiner. Im Gegenteil: Manche Eltern brachten ihren Nachwuchs sogar vorbei und holten ihn auch wieder ab.

Das Schweigen der Allgemeinheit und mithin auch der Behörden ist ein Skandal. Von nahezu gleicher Dimension wie die tief unter die Gürtellinie gehenden Attacken des nun geständigen Täters.

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