Was beim Kauf von E-Bikes zu beachten ist
Eine Frage der Haltung

Viele Radfahrer wollen nicht mehr ganz ohne elektrische Hilfe in die Pedale treten. Wer sich für ein Pedelec mit Tretunterstützung bis 25 km/h interessiert, sollte sich für den Kauf Zeit nehmen. Denn die motorisierten Bikes sind technisch komplexer als herkömmliche Fahrräder. Eine gute Beratung ist deshalb Pflicht.

Im Fachhandel kaufen

Damit die Qualität stimmt, empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Pedelecs nur im Fachhandel zu kaufen. Solche Räder brauchen zum Beispiel einen stabilen Rahmen und gute Bremsen. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Bremsen mehr beansprucht werden", erklärt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV). Schließlich müssten diese mehr Gewicht zum Stehen bringen als bei einem normalen Rad.

Die Größe des Modells und die Sitzposition des Fahrers müssen optimal sein, damit lange Touren Spaß machen. "Die Modelle unterscheiden sich doch sehr stark", sagt ADFC-Sprecher René Filippek. "Der Rahmen muss passen, die anderen Komponenten sind nur für Feineinstellungen." Der Rücken dürfe nicht krumm sein, die Arme nicht durchgestreckt. "Der Fachhändler erkennt Fehler in der Körperhaltung."

Ebenfalls wichtig ist die Wahl des passenden Antriebs. Es wird unterschieden zwischen Vorderrad- und Hinterrad-Nabenmotoren und Mittelmotoren, die in den Rahmen integriert sind. Je nach Position des Antriebs ist der Effekt unterschiedlich, erklärt Klaus Fleischer, Bereichsleiter E-Bike-Systeme bei Bosch. Ganz einfach lässt sich sagen: Am Vorderrad zieht der Motor, am Hinterrad schiebt er, beim Zentralantrieb ist der Effekt in etwa neutral.

Mittelmotoren

René Filippek zufolge geht der Trend in Deutschland zum Mittelmotor. Technisch und vom Fahrgefühl her bietet der Zentralantrieb Vorteile: "Er ermöglicht einen tiefen Schwerpunkt", erklärt Bosch-Experte Fleischer. Dadurch entstehe ein Fahrverhalten wie bei einem normalen Fahrrad - das Zusatzgewicht des Motors beeinflusst die Steuerung des Zweirads nicht. "Mit einem Zentralantrieb kann der Radfahrer an der Hinterachse außerdem mit jeder Art von Schaltung fahren." Mit einem Nabenmotor ließen sich dagegen viele Schalttypen nicht kombinieren - auch Rücktritt ist mit einem Antrieb am Hinterrad nicht möglich. Sportliche Räder haben eher einen Hinterrad-Nabenmotor. Denn die Übertragung der Leistung ist größer. Allerdings gebe es damit eine große ungefederte Masse am Hinterrad, erklärt Fleischer. Ein weiterer Nachteil ist der schlechtere Wirkungsgrad: Damit steige die Stromaufnahme und somit auch die Erwärmung. "Bei vergleichbar großer Batterie erzielen die Motoren also eine geringere Reichweite", so der Fachmann.

Egal, für welchen Antrieb sich der Kunde entscheidet - die Technik sollte auf dem neusten Stand sein. Gewährleistung sollte es mindestens zwei Jahre auf alles geben, was kein Verschleißteil ist. Die Akku-Garantien sind kürzer, da sie stark von der Nutzung abhängen. (dpa/tmn)
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