Was Fitness-Apps und -Tracker leisten
Trainieren nach Zahlen

Entfernung, Zeit, Geschwindigkeit: Mit Fitness-Trackern am Handgelenk und Apps auf dem Smartphone können Hobbysportler ihre Leistungen pausenlos messen und so ihr Training verbessern. Blind den Zahlen folgen sollten sie aber nicht.

Nur was messbar ist, lässt sich auch verbessern. So oder ähnlich werben die Hersteller für ihre derzeit sehr beliebten Fitness-Apps und -Tracker. Der Trend dahinter: Quantified Self - das Sammeln von Vitaldaten und die Hoffnung, daraus Lehren ziehen und ein besseres Leben führen zu können.

Für Läufer und Radfahrer gibt es mittlerweile spezielle Apps, die alle wichtigen Trainingsparameter aufzeichnen und auf Smartphone oder Computer anzeigen. Zudem gibt es - häufig in Gestalt eines Armbandes - sogenannte Fitness-Tracker wie etwa das Jawbone Up, das Fuel Band von Nike oder das Fitbit Flex. Sie alle sind im Prinzip eine hochtechnisierte Form des klassischen Schrittzählers.

Herzstück sind hochempfindliche Gyro-Sensoren, die kontinuierlich die Beschleunigung im Raum messen, wie Gunnar Troitsch von der Computerzeitschrift "Chip" erklärt. "So bekommt das Gerät stets heraus, wo oben und unten ist, und ob sich sein Besitzer schnell, langsam, gleichförmig oder beschleunigt geradeaus, nach oben oder nach unten bewegt." Ermittelt werden die Anzahl der Schritte, die zurückgelegte Entfernung und die Bewegungsintensität.

Smartphones mit ihren Sensoren haben die gleichen Möglichkeiten und können zusätzlich auf GPS- und Mobilfunkdaten zurückgreifen. "Das ermöglicht die Darstellung der Aktivitäten in interaktiven Karten, die Abarbeitung von ausgeklügelten Trainingsplänen und die direkte Interaktion mit dem Besitzer", erklärt Troitsch.

Die Apps heißen MotoActv, Runkeeper, Runmeter, Runtastic oder - speziell für Mountainbiker und Rennradfahrer - B.iCycle. Indikatoren wie Strecke, Zeit, Tempo oder auch Herzfrequenz sollen dem Sportler ein optimales Training erlauben, erklärt Johannes Knoll von Runtastic. Die Daten zeigten Fortschritte und Verbesserungspotenzial.

Doch wie sinnvoll ist es überhaupt, strikt nach Zahlen zu trainieren? "Abnehmen, Fitness oder Beweglichkeit kommen nicht durch die App", sagt Medizininformatiker Urs-Vito Albrecht von der Medizinischen Hochschule Hannover. Tracker und Apps könnten Nutzer aber beim Training unterstützen.
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