Was tun, damit das weihnachtliche Schenken auch jedem Spaß macht - Im Gespräch nach Anregungen ...
Ritual mit Bedacht umsetzen

Nach Feierabend durch die Stadt hetzen. Präsente aussuchen, Kartons in Seidenpapier schlagen und alles bereit machen für die Präsentation unter dem Christbaum... Selbst bei guter Planung ist das weihnachtliche Schenkritual mit viel Arbeit verbunden.

Von einem bestimmten Lebensalter an seien die meisten Menschen ausreichend gut situiert, um sich ihre Wünsche das ganze Jahr über selbst zu erfüllen. Wer eine Lücke finden will, sollte sich deshalb nach Ansicht der Psychologin Annelie Dott bei der Geschenke-Suche möglichst etwas Zeit lassen.

"Die Voraussetzung für die Freude am Beschenkt-Werden ist die Sehnsucht", sagt der Pädagoge und Sachbuchautor Albert Wunsch. Um mit einem Präsent nicht daneben zu liegen, setzen viele auf Gutscheine oder vorbereitete Geschenke-Listen, die von Freunden und Verwandten nur noch "abgearbeitet" werden müssten. Das senkt zwar das Risiko für Fehlinvestitionen - doch der Überraschungseffekt ist dahin. Und gerade dieser sorge nun einmal sowohl beim Beschenkten als auch beim Schenkenden für Vergnügen, sagt Psychologin Dott.

Wer dem wohlkalkulierten Austausch unter dem Weihnachtsbaum entgegenwirken will, muss sich Zeit nehmen, sagt Andreas Kopp von einer Erziehungsberatungsstelle der Caritas. Das gelte besonders für das Beschenken von Kindern. "Mit der scheinbar harmlosen Frage 'Was wünschst Du Dir denn?' macht man es sich zu leicht". Zumindest nähere Verwandte sollten versuchen, durch Gespräche oder gemeinsam verbrachte Zeit auszuloten, welche Interessen ein Kind wirklich hat. Auch Ingetraut Palm-Walter vom Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug "spiel gut" rät, mehr Zeit im Kinderzimmer zu verbringen als in der Spielwarenabteilung.

Anders verhält es sich laut Erziehungsberater Kopp, wenn Nachbarn oder Freunde den Nachwuchs der Familie nur flüchtig kennen. "Dann kann man die Mutter schon fragen: Wofür interessiert sich das Kind eigentlich?" Ganz nebenbei fördere ein solches Gespräch auch die Beziehung zwischen den Erwachsenen.

Als kleine Geschenke, die bei fast allen Kindern Anklang finden, empfiehlt Palm-Walter "Dinge, die sich schnell verbrauchen". Dazu gehören Bälle, Knetmasse, Buntpapier, Klebstoffe, Scheren und Luftballons. Weil das Schenken eine zweiseitige Angelegenheit ist, darf auch der Geber auf ein wenig Egoismus beharren, sagt Psychologin Dott. Es sei durchaus legitim, nach Präsenten Ausschau zu halten, bei denen schon das Aussuchen Spaß macht. "Wer keine Liste abarbeiten will, braucht ja vorher nicht danach zu fragen." (tmn)
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