Was welches Gütesiegel bedeutet
Hauptsache Bio?

Jeder zweite Deutsche greift zumindest gelegentlich zu Bio-Produkten, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. Dabei erkennen Verbraucher die Produkte beispielsweise an bestimmten Gütesiegeln. Bioland, Biokreis, Naturland - oder klassisches EU-Bio-Logo? Da fällt der Durchblick oft schwer - das sind einige wichtige Bio-Siegel:

EU-Bio-Logo: Das grüne Logo mit zwölf weißen Sternen, die ein Blatt formen, soll dem Verbraucher zeigen: Hier steckt ein zertifiziertes Bioprodukt drin. Alle verpackten Bio-Lebensmittel aus der Europäischen Union (EU) müssen mit dem Logo gekennzeichnet sein. Das zweite politische Gütesiegel ist das deutsche Bio-Siegel - ein grün umrandetes Sechseck. Dessen Abdruck ist freiwillig. Beide Zeichen sollen dem Käufer eine erste Orientierung bieten, die Produkte müssen vergleichbare Anforderungen erfüllen.

Demeter: Anders als von der EU Öko Verordnung vorgeschrieben, darf der Betrieb nicht nur teilweise auf bio umstellen - er muss es komplett machen. Auf Demeter-Höfen muss es auch Tiere geben. Für deren Haltung gelten Regeln, beispielsweise dürfen Rinder nicht enthornt werden. Auch bei Saatgut, Verarbeitung und Dünger gelten strengere Regeln.

Biokreis:Biokreis-Produkte müssen von Betrieben stammen, die komplett ökologisch wirtschaften. Der Zukauf von Dünger und Futter ist begrenzt, die Tiere auf Biokreis-Höfen müssen zu mindestens 50 Prozent Grünfutter bekommen.

Naturland: Auch bei Naturland ist es nicht erlaubt, einen Betrieb nur teilweise auf Bio umzustellen. Außerdem muss beispielsweise 50 Prozent des Futters vom eigenen Hof stammen. In der Produktion spielen auch soziale Verantwortung und weltweit faire Landwirtschaft eine Rolle.

Ecovin: Auch Winzer können öko: Tragen Weine, Sekt und andere das Ecovin-Logo auf der Flasche, sind sie aus ökologisch erzeugten Trauben hergestellt. Nach Angaben des Verbandes gibt es 217 Mitgliedsbetriebe, die diese Ansprüche erfüllen.

Bioland:Auch hier gehen die Anforderungen über die EU-Richtlinien hinaus: Produkte, die das dunkelgrüne Bioland-Logo tragen, müssen aus einem komplett biologisch bewirtschafteten Betrieb stammen. Beispielsweise die Zahl der Tiere pro Hektar oder die Menge des eingesetzten Stickstoffdüngers sind begrenzt. Bioland-Produkte dürfen nur 23 Zusatzstoffe enthalten - bei EU-Bio-Lebensmitteln sind es 47. (dpa/tmn)
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