Wasserkosten drohen zu steigen

Die Wasserversorgungsanlage Gaisheim hat Existenzprobleme. Die wasserrechtliche Erlaubnis läuft 2016 ab. Die vier Quellen sind nicht in der Lage, den Bedarf hinsichtlich Qualität und Menge zu decken.

Die Gemeinde hat daher das Ingenieur-Büro Zwick aus Weiden mit der Erstellung einer Studie beauftragt. Die Ergebnisse stellte Diplom-Ingenieur Bernhard Kaltenecker in einer Dorfversammlung vor. Gespannt verfolgten viele Dorfbewohner, Bürgermeister Hermann Ach und einige Gemeinderäte die Ausführungen. Rechtliche Ergänzungen, wie Beitrags- und Gebührenfragen, kamen vom Geschäftsleiter des Markts, Andreas Hofmeister. Kaltenecker bezifferte den gegenwärtigen maximalen statistischen Tagesbedarf mit 34 Kubikmetern. "Zum Glück" verbrauchten die 67 Einwohner und 219 Großvieheinheiten aber täglich nur 16 Kubikmeter.

Sechs Lösungsvorschläge

Was ist zu tun, um die Wasserversorgung von Gaisheim langfristig zu sichern? Der Vertreter des Ingenieur-Büros hatte sechs Varianten mit Kosten von 245 000 bis 670 000 Euro parat:

Eine Möglichkeit wurde in der Sanierung der vier bestehenden Quellen mit der Möglichkeit von Zusatzwasserbezug von Tröbes gesehen. Kosten 280 000 bis 320 000 Euro.

Für Stilllegung der eigenen Quellen und Anschluss an Tröbes würden 290 000 Euro fällig. In Tröbes müsste aber eine fünfte Quelle erschlossen werden.

Die Stilllegung der Gaisheimer Quellen und Anschluss des Orts an die Wasserversorgung Moosbach würde 470 000 Euro kosten.

Sehr teuer sind auch die Stilllegung der Quellen und der Wasserbezug von den Hochbehältern Rückersrieth oder Etzgersrieth. Dafür müssten die Bürger 400 000 Euro aufbringen.

Die teuerste Lösung wäre die Sanierung der vier Quellen und die Verbringung des Wassers zur Aufbereitungsanlage Rückersrieth mit rund 3,5 Kilometern Leitungsnetz. Die errechneten 670 000 Euro schockten die Teilnehmer.

Die billigste Lösung mit 245 000 Euro würde der Anschluss von Gaisheim an die nur 1100 Meter entfernte Wasserversorgungsanlage der Nachbargemeinde Oberviechtach darstellen. Allerdings wies Kaltenecker auf den Wassereinkaufspreis von 1,05 Euro pro Kubikmeter hin. In der vorgesehenen 20-jährigen Vertragsdauer fielen dafür 153 000 Euro an.

Den Zuhörern war schnell klar, dass die Kosten aller sechs Varianten zu enormen Beitrags- und Gebührenbelastungen führen werden. Hofmeister bezifferte die Anschlusskosten je nach Grundstücks- und Geschossflächengröße zwischen 9000 und 30 000 Euro. Trotz 100-prozentiger Beitragsdeckung würden noch laufende Gebühren von zwei bis drei Euro pro Kubikmeter anfallen. Auch Risikofaktoren wie negative Ergebnisse bei Quellsanierungen wurden genannt.

Existenz weiterer Quellen

Angesichts der bevorstehenden Belastungen war das den Gaisheimern doch zuviel. Der örtliche Ex-Gemeinderat Albert Forster wies auf die Existenz weiterer Quellen mit enormen Quellschüttungen hin. Ach will dies prüfen lassen. Es sollen Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt werden. Für Spätherbst ist eine weitere Zusammenkunft geplant.
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