Wassermangel: Dürre wie seit 50 Jahren nicht

In Dresden zeigt der Elbe-Pegel fünfzig Zentimeter an, etwa ein Viertel des normalen Wertes. Örtlich hat die Elbe die niedrigsten jemals gemessenen Wasserstände. Laut Deutschem Wetterdienst fiel in diesem Sommer bislang nur etwa die Hälfe der sonst üblichen Regenmenge. Bild: dpa

Die große Hitze und ausbleibender Regen haben in manchen Teilen Deutschlands eine starke Dürre verursacht. "In Südhessen, Teilen von Nordbayern, Sachsen bis ins südliche Brandenburg ist der Boden so trocken wie seit 50 Jahren nicht", heißt es beim Deutschen Wetterdienst.

Hitze und wochenlange Trockenheit setzen nun auch dem Fränkischen Seenland zu. Seit vergangenem Wochenende werde kein Tropfen Donauwasser mehr in den Rothsee bei Hilpoltstein (Landkreis Roth) gepumpt, teilte das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg am Montag mit.

Die von Niedrigwasser bedrohten nordbayerischen Flüsse Rednitz, Regnitz und Main müssten daher vorübergehend mit Wasser aus dem Rothsee und dem Brombachsee gespeist werden, berichtete der stellvertretende Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg, Klaus Winkelmair, am Montag. Zuletzt hatte die Behörde im Jahrhundertsommer 2003 zu dieser Maßnahme greifen müssen. "Das ist schon eine sehr extreme Situation", räumte Winkelmair ein. Nach seinen Angaben kommt die Region etwa drei Wochen ohne übergeleitetes Donauwasser aus. Winkelmair rechnet allerdings bereits am kommenden Wochenende mit ergiebigen Regenfällen im südlichen Bayern. "Dann füllt sich die Donau wieder relativ schnell - und dann können wir auch wieder mit der Wasserüberleitung in den Rothsee beginnen", hofft er.

Ein Wasserversorger im Raum Forchheim hat seinen Nutzern verboten, mit Trinkwasser das Auto zu waschen und den Rasen zu bewässern. "Alles Überflüssige sollte weggelassen werden", sagte ein Sprecher des Zweckverbandes Leithenberg-Gruppe am Montag. Der Verband versorgt mehr als 2500 Haushalte im Landkreis Forchheim.

Deutschland steht erneut eine heiße Woche bevor. Der Donnerstag werde der heißeste Tag der Woche, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst voraus. Die Temperaturen sollen dann im Norden bis 31 Grad, im Süden und Osten bis 37 Grad steigen. Am Freitag werde es eine merkliche Abkühlung geben, sagte Kirchhübel.
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