Wegen Keim: Reha-Kliniken verweigern Aufnahme
Keine Kieler Patienten

Wegen der Ausbreitung eines gefährlichen Keims am Uniklinikum in Kiel haben sich Reha-Einrichtungen in Schleswig-Holstein offenbar gegen die Aufnahme von Patienten aus dieser Klinik gesperrt oder Auflagen gemacht. "Wir haben Hinweise, dass sich neun Einrichtungen verweigern oder ein Srceening - eine Untersuchung über Keime - zur Bedingung machen", sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Dienstag.

Zuvor hatte UKSH-Chef Jens Scholz gesagt, er könne darüber nur den Kopf schütteln. Alle Patienten, die nicht auf den beiden betroffenen und ohnehin isolierten Intensivstationen lägen, könnten den Keim gar nicht haben. Seit Mitte Dezember ist bei 31 Patienten der Klinik das Bakterium Acinetobacter baumannii in multiresistenter Form nachgewiesen worden. Zwölf der Patienten starben. Bei drei von ihnen könnte der Keim nach Auskunft der Ärzte Todesursache sein. Bei den anderen neun waren laut Klinik die ursprünglichen Erkrankungen die Todesursachen.

Reicht das Personal?

Aktuell sind 16 infizierte Patienten bekannt. Bei den neun Reha-Einrichtungen gibt es unterschiedlich strenge Vorgaben. Unterdessen bekräftigte die Gewerkschaft Verdi ihre Kritik, dass es zu wenig Pflege- und Reinigungspersonal im Uniklinikum gebe.

"Seit 2010 wird das Personal im Pflegebereich sukzessive abgebaut", sagte Verdi-Gesundheitsexperte Steffen Kühhirt. UKSH-Chef Scholz hatte am Vortag die Kritik zurückgewiesen. Der Personalschlüssel sei hier besser als im Bundesdurchschnitt.
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