Wegen Tebartz-Skandal: Bistum öffnet Türen der Residenz
Limburg erlaubt Einblicke

Die bischöfliche Badewanne ist weiß, fast schlicht. Doch sie ist von ausgesuchter Qualität und edlem Design, so wie alles im Limburger Bischofssitz. Für viele ist das Ensemble daher noch immer "der Protzbau" von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der vor einem Jahr sein Amt aufgeben musste. Das Bistum will nun die 31 Millionen Euro teure Residenz "entzaubern", indem es diese für Veranstaltungen öffnet.

Es gehe um die weitere Aufarbeitung der Krise und darum, Glaubwürdigkeit durch Transparenz zurückzugewinnen, heißt es aus Limburg. Als ersten Schritt öffnete das Bistum am Freitag die Tür auch zur Privatwohnung des Bischofs. Zur neuen Residenz gehören zudem eine Privatkapelle sowie Büro- und Konferenzräume. Der Amtssitz sei sicher zum Symbol für die Kosten geworden, sagt der stellvertretende Bistumsleiter Wolfgang Rösch vor dem Rundgang für Journalisten.

Angesichts der Kostenexplosion beim Bau mag sich mancher goldene Wasserhähne in den heiligen Hallen vorstellen. Die gibt es in dem Amtssitz nicht, dafür Fensterrahmen aus Bronze, beleuchtete Treppenstufen, Inschriften in Bodenplatten, einen Teich für Zierfische sowie maßgefertigte Möbel, Antiquitäten und Kunst.

"Besonders hohe Standards" sowie Änderungswünsche von Tebartz-van Elst gehören zu den Punkten, die eine Untersuchungskommission als Kostentreiber des Bauprojektes ausmachte. Wegen der Verschwendungsaffäre und Streit um seine Amtsführung wurde Tebartz-van Elst aus Limburg abberufen. Er hat mittlerweile einen Posten im Vatikan.

Millionen teure Gemächer

Für Schlagzeilen sorgte vor allem die Badewanne in den Privatgemächern des Bischofs: Die 280 Quadratmeter große und laut Bistum rund sechs Millionen Euro teure Wohnung erstreckt sich über zwei Ebenen. Zu den Hinguckern zählen ein im Raum stehender Kamin, eine große Ankleide, hohe Decken und Fenster, beleuchtete Regalwände, elektronisch schließende Vorhänge - und das Bad mit der fast freistehenden Wanne. Der Bischofssitz soll nun nach und nach für die Menschen erschlossen werden. "Unser Ziel ist es, aus den Schlagzeilen in die Wirklichkeit, ins Leben, zu kommen." Ab April sollen kirchliche Gruppen aus dem Bistum durch die Residenz geführt werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.