Weil's zu zweit mehr Spaß macht: Heimwerker-Ehepaar Träger im Porträt
Werkeln im Doppelpack

Gewöhnliche Menschen wollen etwas in die Jahre gekommene, alte Schränke loswerden, um Platz für neue und zeitlich modernere Dinge zu schaffen. Das Handwerkerehepaar Träger findet solche Schmuckstücke viel zu schade zum Wegwerfen.

Deshalb haben Ramona und Dirk einst einen Schrank in mühevollster Kleinarbeit restauriert und daraus ein einzigartiges Möbelstück geschaffen. Dafür verbrachten die beiden unzählbar viele Arbeitsstunden in ihrer eigenen Werkstatt.

Der Schrank musste nämlich nicht nur abgeschliffen, sondern auch weiß lackiert und mit grüner Effektfarbe strukturiert werden. Das Ergebnis ist mehr als sehenswert: ein echter Hingucker und toller Blickfang, der ins Auge sticht. Um mehr von dem Do-it-yourself-Ehepaar zu erfahren, hat der Turmblick die beiden interviewt und ihre Werkstatt besucht:

Wie seid ihr zu diesem doch recht zeitaufwendigen Hobby gekommen?

In meiner Kindheit habe ich schon immer gerne gestrickt und gehäkelt. Mein Mann Dirk hat schon als kleiner Bub zusammen mit seinem Opa gedrechselt und gebastelt. Er war also schon von klein auf von dem Werkstoff Holz begeistert. Dirk hat dann eine Zimmermann-Lehre gemacht und blieb somit dem Rohstoff treu. Durch Bekannte, die mit Holz arbeiten, sind wir eigentlich zu diesem Bastel-Hobby gekommen.

Vor mehr als 18 Jahren hat sich dann mein Mann eine Dekupiersäge gewünscht. Also habe ich ihm zu Weihnachten diesen Wunsch erfüllt und so ein schweineteures Teil gekauft. Über 1000 Mark hat das damals gekostet, aber die Säge ist bis heute stets im Einsatz und tut ihre Dienste.

Angefangen haben wir dann mit selbst gebauten Regalen und Einbauschränken. Irgendwann hat mein Mann sich dann zusammen mit einem Kumpel, der eine Bandsäge hatte, an einen Tisch mit tulpenförmigen Beinen getraut. Seitdem ist das unser Wohnzimmertisch.

Nach einiger Zeit hat es auch mich in den Fingern gejuckt - und dann durfte auch ich an die Säge ran. Seitdem ist es für uns der perfekte Ausgleich, abends nach einem anstrengenden Arbeitstag in der Werkstatt zu basteln. Es macht Spaß und man sieht, wie aus einem Stück Holz etwas Schönes entsteht.

Woher stammen denn die vielen Bastelideen?

Man sieht etwas und möchte es einfach nachmachen. Meine Frau kauft ab und an auch Hefte als Ideengeber. Oftmals haben Freunde gute Ideen und natürlich gibt es im Internet zahlreiche Anleitungen und Holzobjekte, die unser Interesse wecken.

Ramona, seit wann machst du beim Edelsfelder Weihnachtsmarkt mit?

Durch Ortsansässige und den Gemeinderat bin in zum Weihnachtsmarkt gekommen. Diese sind vor circa zehn Jahren auf mich zugekommen und haben mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Sie wussten, dass wir gerne basteln - und so kam ich dazu. Beim allerersten Mal habe ich ganz bunte Kleinigkeiten wie Engel und Schneemänner aus Holz gebastelt und diese angeboten. Natürlich habe ich seitdem mein Angebot stets verändert und erweitert. Insgesamt habe ich schon auf sieben Weihnachtsmärkten einen Stand gehabt. Aber ausschließlich in Edelsfeld, da es für mich nur ein Hobby ist.

Welches Material benutzt ihr, um eure Produkte farblich zu gestalten?

Zum Bemalen nutze ich wetterfeste Acrylfarben und Weißlacke. In der Vorweihnachtszeit besorge ich noch eine grüne Holzlasur, damit die gebastelten Bäume besonders gut wirken. Man braucht auch viele verschiedene Holzstärken, damit die Figuren stehen können und echter aussehen. Manchmal überziehe ich das fertige Holzstück noch mit einem Klar- oder Bootslack.

Dirk, was waren deine größten und schönsten Projekte?

Puuh, schwer zu sagen... Jedes fertiggestellte Holzstück ist für mich etwas Besonderes, denn schließlich steckt hinter jedem Stück eine Menge Arbeit. Schritt für Schritt entstehen aus Holzplatten Figuren, Regale oder noch aufwendigere Dinge. Ein bisschen stolz bin ich auf die Gartenhocker. Dafür habe ich einen Baumstamm mit der Kettensäge bearbeitet, um eine schnittige Struktur zu erschaffen. Das war ganz schön aufwendig. Ansonsten liebe ich knifflige Herausforderungen, zum Beispiel Möbelbauen.

Wie oft wird gestritten, gemosert und wann geht denn mal was so richtig schief?

Naja, die üblichen Ehe-Zankereien kann es schon mal geben. Wer darf welche Säge nutzen, oder warum machst du das nicht so und so... Aber jetzt nichts allzu Schlimmes; bei uns steht der Spaß an der Sache definitiv im Vordergrund. Mir ist letztens etwas ganz blödes passiert: Kurz bevor mein Hirschgeweih fertig ausgesägt war, ist das Holz komplett gebrochen. Aber Holzleim hat das Stück dann noch so halbwegs gerettet. Bei kleineren Pannen freut sich der Ofen über die "Murkserei".
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.