Weimar: 29 Angreifer festgenommen, vier Verletzte - Gewerkschaft verteidigt Mindestlohn
Rechtsextreme attackieren Maikundgebung

Rechtsextreme haben am Freitag die Maikundgebung der Gewerkschaften in Weimar überfallen und mehrere Menschen verletzt. Ein von den Neonazis attackierter Besucher musste nach Angaben der Stadtverwaltung ins Krankenhaus. Die Polizei sprach zunächst von 15 Verletzten, korrigierte die Zahl dann aber auf 4. Die Angreifer bedrängten auch den SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider, der eine Rede halten wollte. Die Polizei nahm 29 Angreifer vorläufig fest. Gegen sie werde wegen Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Nach Polizeiangaben hatten rund 50 Neonazis die von schätzungsweise 200 Menschen besuchte Veranstaltung auf dem Markt gestürmt. Auf einem Plakat gaben sie sich nach Angaben von Augenzeugen als "Junge Nationaldemokraten" aus - die Jugendorganisation der rechtsextremen NPD. Die Angreifer entrissen Schneider das Mikrofon, riefen rechte Parolen und schlugen auf Kundgebungsteilnehmer ein.

Bei der zentralen Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) forderte der Vorsitzende Reiner Hoffmann eindringlich die Einhaltung des Mindestlohns in allen Branchen. "Wir werden eine Aushöhlung des Mindestlohns nicht zulassen." Die Union will die Grenze für die Dokumentationspflicht von einem Bruttogehalt von 2958 Euro auf 1900 Euro senken. Der bayerische DGB-Chef Matthias Jena forderte in Regensburg weitere Maßnahmen zur Durchsetzung des Mindestlohns. "Ehrliche Arbeitgeber, die sich an Tarifverträge und Mindestlohn halten, dürfen nicht die Dummen sein, weil bei öffentlichen Aufträgen immer nur der billigste Anbieter zum Zuge kommt." Er forderte unter anderem ein Tariftreue- und Vergabegesetz.

Nach Gewerkschaftsangaben nahmen bundesweit rund 400 000 Menschen an mehr als 470 Kundgebungen teil. Ein weiterer Schwerpunkt war die Forderung nach einer größeren Wertschätzung von Arbeit. DGB-Chef Hoffmann forderte eine Debatte über den Wert von Arbeit. Der Verdi-Chef-Frank Bsirske bekräftigte die Forderung nach einer Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.