Weltmeister Eric Frenzel zwischen Sport und Familie
Von der Schanze aufs Spinningrad

Allein unter Frauen: Für den nordischen Kombinierer Eric Frenzel kein Problem. Auch in der wettkampffreien Zeit muss der 26-Jährige an seine Fitness denken. Bild: Götz
Weiden. (mic) Noch vor ein paar Jahren konnte Eric Frenzel völlig unbemerkt durch die Weidener Fußgängerzone schlendern. "Das geht jetzt nicht mehr", erzählt der 26-Jährige schmunzelnd. Sogar beim Einkaufen trifft er Fans, die nach einem Autogramm fragen. "Doch solange die Leute freundlich sind, ist das kein Problem für mich. Ganz im Gegenteil, jeder Sportler freut sich über Anerkennung."

Zur Zeit stehen die Chancen gut, dem Weltmeister und Olympiasieger in der Nordischen Kombination über den Weg zu laufen. Von Montag bis Mittwoch studiert er Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule in Mittweida, den Rest der Woche versucht Frenzel so oft es geht, bei seiner Ehefrau Laura und Sohn Philipp in St. Ötzen zu verbringen. "Seit diesem Jahr bin ich ganz offiziell ein Flossenbürger." Doch da ein Leistungssportler auch in der wettkampffreien Zeit an seine Fitness denken muss, trainiert er an zwei Tagen in der Woche im "Vitalis".

Physiotherapeutin und Fitnesstrainerin Claudia Pöllath freut sich, in ihrer TRX-Stunde auch einen Weltmeister zum Schwitzen zu bringen. TRX beinhaltet Ganzkörperübungen mit Hilfe eines Seil- und Schlingensystems. Das eigene Körpergewicht dient dabei als Trainingswiderstand. Für Frenzel gibt es keine Extraeinheit. Zusammen mit einer Gruppe Frauen und einem weiteren Mann hängt er in den Seilen - freiwillig versteht sich. Nach den schweißtreibenden Übungen geht's ein Stockwerk tiefer in den Spinningraum. Auch hier radelt Eric Frenzl als einer von vielen. Doch das ist kein Problem für ihn: "Man kann sich dementsprechend selber quälen. Ich kann ja ein paar Stufen höher treten."

Konkurrenz schläft nicht

Grundlagenausdauer und Krafttraining bestimmen zur Zeit den Tagesablauf des 26-jährigen Wintersportlers. 25 bis 30 Stunden pro Woche muss er absolvieren. Nach zwei Stunden im Fitnessstudio am Vormittag steht am Nachmittag ein weiterer lockerer Lauf an - mindestens eineinhalb Stunden. Nach der anstrengenden Saison, die Mitte März am Holmenkollen in Oslo zu Ende ging, war erst einmal Regeneration angesagt. Danach stieg Frenzel ins Grundlagentraining ein. "Das heißt, einfach viele Stunden abspulen", erzählt er. Im Juni kommt das Sprungtraining hinzu. Bis zum Herbst verringert er das Pensum zwar stundenmäßig. "Aber dafür werden die Einheiten härter. Die Konkurrenz schläft nicht."

Eric Frenzel ist als kleiner Bub durch seinen Vater zum Wintersport gekommen. "In meinem Wohnort Geyer waren die Voraussetzungen dafür perfekt. Es gab viele Anlagen für Kinder und Jugendlichen", erinnert er sich.

Ob sein achtjähriger Sohn Philipp auch einmal in die Fußstapfen des Papas tritt, lässt sich noch nicht sagen. "Er spielt bei den F-Junioren des TSV Flossenbürg Fußball und fährt im Winter natürlich Langlauf auf der Silberhütte."
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