Wenig Hoffnung auf Nachwuchs

Der Männerchor Haselmühl-Kümmersbruck setzt auf bewährte Führungskräfte. Insgesamt spiegelten die Berichte ein harmonisches Vereinsleben wider. Lediglich der fehlende Nachwuchs bereitet den Verantwortlichen Sorge für die Zukunft.

Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Männerchores standen die Neuwahlen des Vorstands. Exakt vor zehn Jahren übernahm Adolf Gassner den Männerchor von Hans Frey als Vorsitzender. Zumindest für die nächsten zwei Jahre wird er auch weiterhin den Chor als Chef leiten. Einstimmig wurden Gassner und sein Vorstandsgremium in die Posten gewählt, der neue Vorstand ist praktisch identisch mit dem alten.

115 Mitglieder

Gassner erntete Dank für seinen auch überregionalen Einsatz, er sei ein Ehrenamtler im Wortsinne hieß es. Sein Rückblick und Ausblick befassten sich mit dem Status quo im Chor. Suboptimal sei der Zustand, sagte Gassner. Das bezog sich vor allem auf den Nachwuchs und auf die schwindenden Mitglieder. Materiell hingegen ist im 115 Mitglieder zählenden Verein alles im Lot wie Kassier Thomas Gerl darlegte. Nach vier Verlustjahren habe der Verein einen vierstelligen Betrag erwirtschaftet.

Bürgermeister Roland Strehl und SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Moser waren dabei, als Chorleiterin Jana Müller betonte: "Miteinander musizieren macht Spaß". Sie erinnerte an das Bergfest- und Herbstsingen in Schmidmühlen sowie ans Kreiskonzert als größte Veranstaltungen.

Das Nachwuchsproblem ließ auch sie nicht außen vor: "Aber das ist in den anderen Vereinen auch der Fall". Das Singen mit anderen Chören sei möglicherweise ein probates Mittel dagegen. Adolf Gassner berichtete von 15 bis 16 Sängern, die ständig bei den Proben anwesend seien. Er ließ das Sängerjahr in Wort und Bild Revue passieren. Dazu gehörten Chorleitertage, Liederabend mit der Liedertafel Amberg in Schmidmühlen, Herbstkonzert, Volkstrauertag, Adventssingen und Jahresabschluss. Aber auch vom Vereinsausflug und vom zentralen Ehrenabend in Ensdorf hatte er Bilder dabei.

Unterstützung sicher

Passiven-Sprecher Josef Schönberger wollte eine gewisse "Umstrukturierung in der Bevölkerung" ausgemacht haben: Die jugendlichen Chöre seien auch in Kümmersbruck in der Überzahl mit dem Fazit: "Die sangesfreudigen Bürger werden nicht weniger, die Gesellschaft entwickelt sich anders". Die Unterstützung der Gemeinde wird dem Männerchor schon auch allein mit der Vereinsförderung weiterhin zuteil werden, versicherte Bürgermeister Roland Strehl.

In diesem "für Ehrenamtliche nicht leichten Zeiten" hob Strehl die Arbeit von Adolf Gassner besonders hervor. Mit Herzblut sei Gassner dabei, sagte Strehl, der das Problem des Mitgliedermangels als "bundweit" einstufte und es als "sehr schwer " ansah, junge Leute für den Chorgesang zu begeistern.

Bange Fragen

SPD-Sprecher Manfred Moser machte sich Gedanken um das Ehrenamt und um die manchmal "unberechtigte Kritik unter der Gürtellinie". Veranstaltungen in Kümmersbruck, in denen der Männerchor mitwirke, seien immer "angenehm" und tröstete: "Ihr seid nicht der einzige Verein, der bange Fragen nach der Zukunft stellt". Brechen die Vereine, gleich welcher Coleur weg, dann wäre das sehr negativ für jede Gemeinde.

Insofern wäre Mosers Wunsch wohl auch einer der Gemeinde: "Ihr werdet das 100-jährige mit Sicherheit schaffen, und auch darüber hinaus", schlug er zuversichtliche Töne an.
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