Weniger getötete Kinder

Laut Kriminalstatistik nimmt die Zahl der misshandelten Kinder in Deutschland zu. Symbolbild: dpa

Säuglinge werden zu Tode geschüttelt, Kinder verhungern, werden geschlagen, vernachlässigt oder missbraucht. Obwohl die Zahl der getöteten Kinder zurückging, sind Fachleute entsetzt über das Ausmaß der Gewalt gegen Mädchen und Jungen.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr weniger Kinder getötet worden als 2013. Insgesamt starben 108 Jungen und Mädchen 2014, weil sie Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung wurden. Das waren fast 30 Prozent weniger als im Jahr zuvor (153). Die Zahlen gehen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Deutsche Kinderhilfe legten am Dienstag in Berlin eine Auswertung der Statistik zur Gewalt an Kindern vor.

Die Zahl der Jungen und Mädchen, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, ging leicht zurück - allerdings blieb sie auf hohem Niveau: Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 14 395 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch. Das sind umgerechnet fast 40 Fälle pro Tag.

Hohe Dunkelziffer

Die Zahl der misshandelten Kinder nahm zu. Gemeldet wurden 4233 Fälle und damit fast fünf Prozent mehr als 2013. BKA-Präsident Holger Münch sagte: "Täglich wurden fast 50 Kinder misshandelt oder sexuell missbraucht. Und das sind nur die bekannt gewordenen Fälle." Experten gehen von einem großen Dunkelfeld aus. Die Deutschen Kinderhilfe mahnte, auch wenn in Bereichen die Opferzahl sinke, sei dies keineswegs ein Zeichen der Entwarnung. "Jedes betroffene Kind ist eines zu viel", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kinderhilfe, Rainer Becker.

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Kontaktadressen für Betroffene im Internet:

http://www.beauftragter-missbrauch.de http://www.dksb.de
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