Weniger Junglehrer an Oberpfälzer Schulen

Eifrige Meldungen am ersten Schultag. Weniger Erstklässler - das bedeutet weniger Lehrerstellen. In der Folge muss der pädagogische Nachwuchs in Regionen mit steigenden oder wenigstens stabilen Schülerzahlen abwandern. Die Lehrerkollegien in Nordostbayern werden dadurch im Durchschnitt immer älter. Archivbild: dpa

An Schulen in der Oberpfalz und in Oberfranken unterrichten immer weniger junge Lehrer. Bisher müssen die Jungen ihre Heimat verlassen. Etwa nach Oberbayern, wo die Situation ganz anders aussieht. Die Politik sucht nach Lösungen. Ein Ansatz wendet sich an die älteren Lehrkräfte.

Die Lehrerkollegien in der Oberpfalz werden immer älter, die in Oberbayern immer jünger. Betroffen von dieser Entwicklung sind vor allem die Grund- und Mittelschulen. Das geht aus der Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der Regensburger SPD-Abgeordneten Margit Wild hervor. Hauptgrund für die Verschiebungen ist der demografische Wandel. Während in der Oberpfalz die Zahl der Schüler sinkt, steigt sie vor allem im Großraum München wegen der vielen zuziehenden jungen Familien mit Kindern stark an. Um die Unterrichtsversorgung dort zu sichern, wird ein Großteil der oberpfälzischen Junglehrer in den Süden des Freistaats versetzt.

Freie Stellen im Süden

Nach den Daten des Kultusministeriums sind bayernweit 70 Prozent der Grundschullehrer älter als 40. In der Oberpfalz sowie in Ober- und Unterfranken beträgt ihr Anteil 80 Prozent, in Oberbayern nur 58 Prozent. Ähnlich ist die Situation an den Mittelschulen. Hier beträgt die Quote der über 40-jährigen Lehrer in der Oberpfalz 76 Prozent, in Oberfranken sind es 78 Prozent, in Oberbayern dagegen nur 56 Prozent. Auch an den anderen Schularten sind die oberbayerischen Kollegien deutlich jünger, allerdings sind die Unterschiede dort nicht ganz so gravierend.

Das Kultusministerium erklärt die Diskrepanz in der Altersstruktur mit dem höheren Lehrerbedarf in Oberbayern. Dort gebe es entsprechend mehr freie Stellen, auf die die Bewerber aus den anderen Regionen Bayerns verteilt würden. Ein Problem sieht das Ministerium darin nicht, weil ältere Lehrkräfte nicht weniger leistungsfähig seien als jüngere.

Die durch den demografischen Wandel verursachte Versetzung von Lehrkräften aus Nord- nach Südbayern wird wohl auch in den kommenden Jahren anhalten. Nach einer Prognose des Kultusministeriums wird die Schülerzahl in der Oberpfalz von derzeit gut 106 000 bis 2030 auf rund 95 900 sinken, während sie in Oberbayern von aktuell 458 000 auf über 500 000 steigen wird.

In der Region halten

Der Landtag will der weiteren Lehrerabwanderung in den Süden nun entgegenwirken. Auf Antrag der CSU forderte der Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes die Staatsregierung auf, Vorschläge zu unterbreiten, wie auch in demografisch benachteiligten Regionen mehr Junglehrer eingestellt werden könnten. Ziel müsse es sein, dass mehr junge Lehrer in ihren Heimatregionen bleiben und dort eine Familie gründen können, sagte der CSU-Abgeordnete Thomas Huber.

Ein Ansatz könnte ein Anreizsystem für ältere Lehrkräfte sein, noch einmal in einem anderen Regierungsbezirk eine neue Herausforderung zu suchen. Die Opposition begrüßte die CSU-Initiative als "längst überfällig". Vor allem SPD und Grüne waren mit entsprechenden Vorstößen immer wieder am Veto der CSU gescheitert. (Kommentar)

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/lehrer
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