Wer darf im "Ausland" turnen?

Da wird Geld rausgeschmissen.

Beantragen, auf die entsprechende Genehmigung warten, dann handeln. So hätten sich die Marktgemeinderäte das auch in Sachen Grundschule und Turnen im "Ausland" gewünscht. Um Häuslebauer nicht zu vertreiben, wollen sie Bebauungspläne für die Zukunft aufrüsten.

Für Verwirrung sorgte der Antrag der Grundschule Mähring, auf Nutzung der Turnhalle Bärnau, im Gemeinderat. Wie Bürgermeister Josef Schmidkonz erst jetzt erfahren hat, nutzen die Mähringer Schüler bereits die Turnhalle in der Knopfstadt. Der Marktrat hat das aber bisher noch nicht genehmigt.

Ein Unding

Die Schulleiterin habe den Bürgermeister bisher lediglich darauf angesprochen, ob die Gemeinde bereit wäre, die Miete für die Nutzung der Turnhalle in Bärnau zu zahlen, erklärte Schmidkonz. Während einige Klassen bem Schwimmen seien, nutzten die anderen die Turnhalle für den Sportunterricht. "Wer zahlt denn das, das muss doch genehmigt werden", sagte zum Beispiel Siegfried Scharnagl. "Da wird Geld rausgeschmissen. Hat die Schulleitung soviel, das selber zu zahlen?". Auch Franz Schöner war nicht begeistert: "Das ist ja ein Unding, wenn so was schon gemacht wird, bevor es genehmigt wurde."

Eigener Gymnastikraum

Bürgermeister Schmidkonz verwies in dem Zusammenhang auf den eigenen Gymnastikraum in der Grundschule in Großkonreuth, der aufwendig saniert und hergerichtet worden ist. "25 Frauen haben bei der Damengymnastik auf einmal dort Platz, da verstehe ich nicht, warum 50 Kinder, die zeitversetzt dort Unterricht haben, keinen Platz haben sollen." Die Entscheidung wurde vertagt. Der Bürgermeister will erst noch einmal mit der Schulleitung sprechen.

Länger diskutiert wurde die Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet "Poppenreuther Straße" in Großkonreuth. Zwei Bauvoranfragen sind vom Landratsamt nicht genehmigt worden, weil "die Vorhaben gravierend vom Bebauungsplan abweichen." Der Bürgermeister sagte, dass eine Änderung des Bebauungsplans der Gemeinde zwar Geld koste. "Ändern wir nicht, riskieren wir, dass die Bauwilligen dann woanders hinziehen. Vielleicht könnte ein Teil der Kosten auf den Grundstückspreis umgelegt werden", sagte er.

Für Siegfried Scharnagl gab es da gar keine Überlegung: "Wir geben so viel Geld aus für die Windkraft und andere Sachen, da sollten wir jetzt wegen 50 Cent pro Quadratmeter nicht zum Knausern anfangen."

Nicht einschränken lassen

Auch German Hartmann sprach sich für eine Befreiung vom Bebauungsplan aus, "um die Leute nicht aus dem Gemeindegebiet zu vertreiben." Er wolle sich nicht einschränken lassen von einem Bebauungsplan. "Wir geben viel Geld für die Erschließung aus. So viel wird eine Planänderung schon nicht kosten."

Einstimmig votierte das Gremium für eine entsprechende Planänderung. Es ging dabei noch einen Schritt weiter, will den Plan zukunftsgerichtet ändern und alles darin berücksichtigen, was überhaupt möglich ist.

Der Bürgermeister gab bekannt, dass in der nichtöffentlichen Septembersitzung dem Vertrag mit "Südwasser" für technische Unterstützung bei der Kläranlage zugestimmt wurde. Des weiteren wurde mit der Firma Eska der Vertrag zur Schülerbeförderung erneuert.
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