Werben für Pfarrer Seidenbusch

Der Kupferstich zeigt Pfarrer Johann Georg Seidenbusch (1641-1729) von Aufhausen. Die Oratorianer bemühen sich darum, ihn selig sprechen zu lassen. Bild: privat

Zwei Jahre nach Anna Schäfer aus Mindelstetten soll ein weiterer Glaubenszeuge aus dem Bistum Regensburg selig gesprochen werden. Doch der Weg dahin ist noch lang. Das Oratorium in Aufhausen will deshalb den Geistlichen Johann Georg Seidenbusch ins Gedächtnis bringen.

Das Werben der Oratorianer von Aufhausen (Kreis Regensburg) für Pfarrer Johann Georg Seidenbusch (1461-1729) strahlt bis nach Amberg und Schwandorf aus. Auch dort liegen in Kirchen die Unterschriftenlisten aus, die dafür plädieren, ein Seligsprechungsverfahren für den Geistlichen zu eröffnen, sagt Bruder Abraham Ring. "Über als 5000 Unterschriften haben wir schon gesammelt." Diese Listen sollen zusammen mit einer Dokumentation über Leben und Wirken des Pfarrers an Bischof Rudolf Voderholzer übergeben werden.

Ohne Zweifel war Seidenbusch eine bedeutende Priesterpersönlichkeit. Darin sind sich bislang alle einig - doch damit er selig gesprochen werden kann, braucht es mehr. Der Priester muss im "Ruf der Heiligkeit gestorben sein", sagt der Regensburger Domvikar Georg Schwager. Darüber hinaus muss der Priester über die Jahrhunderte hinweg von Gläubigen als heilig verehrt worden sein. Ein durchaus basisdemokratisches Element im Prozess der Seligsprechung. Doch das ist nicht genug. Eine weitere Bedingung ist, dass zu Lebzeiten oder im Augenblick des Todes von Seidenbusch Wunder nachgewiesen werden, die er bewirkt haben soll.

600 Zettel von Gläubigen

Falls Bischof Rudolf Voderholzer akzeptiert, wird ein Postulator bestimmt, der das Seligsprechungsverfahren betreibt. Bruder Abraham ist optimistisch. Er verweist auf rund 600 Zettel mit Gebetsanliegen, die am Grab des Geistlichen in der Wallfahrtskirche Maria-Schnee in Aufhausen niedergelegt worden sind. Zudem gebe es mehr als 50 Briefe, in denen Gläubige die Gebetserhörungen auf die Fürsprache von Pfarrer Seidenbusch zurückführen.

Priestergemeinschaft

Der Geistliche war nicht nur 62 Jahre Pfarrer von Aufhausen, sondern auch Gründer der Oratorien des Heiligen Philipp Neri in Aufhausen, München und Wien. Die heutige Kongregation päpstlichen Rechtes setzt die von Pfarrer Seidenbusch im 17. Jahrhundert gegründete Weltpriestergemeinschaft fort. Sie umfasst in Aufhausen zwei Priester, drei Theologiestudenten und drei Laienbrüder sowie vier Novizen. Zudem haben es sich die Oratorianer zur Aufgabe gemacht, die Seligsprechung ihres Gründers voranzutreiben. Seidenbusch gilt auch als Initiator der Wallfahrt "Maria Schnee" in Aufhausen.
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