Wermutstropfen im Schwimmbad

Es war fast schon ein kleiner Schock: Siegfried Walter kündigte seinen Abschied vom Freibad Altglashütte an, nicht gleich, aber in absehbarer Zeit. Bild: nm

Er ist eine Institution im Waldfreibad, findiger Bastler und rühriger Schwimmmeister. Doch jetzt will Siegfried Walter kürzer treten.

Es läuft ausgezeichnet beim Förderkreis für das Freibad Altglashütte. Die Jahreshauptversammlung führte vor Augen, in welch guten Händen der Betrieb liegt. Einen Wermutstropfen gab es dennoch. Schwimmmeister Siegfried Walter kündigte seinen Rückzug vom Beckenrand an.

Noch ist es nicht soweit. Walter ließ aber am Sonntag in der Cafeteria des Bades keine Zweifel aufkommen: "Nach mehr als vier Jahrzehnten ist es an der Zeit aufzuhören. Mir liegt es am Herzen, das rechtzeitig zu sagen. Bis zum Ende der Saison geht es auf jeden Fall weiter, vielleicht auch noch ein weiteres Jahr, dann ist aber endgültig Schluss." Verbunden war die Aussage mit der Aufforderung an den Förderkreis als Betreiber und die Stadt Bärnau als Eigentümer, die Weichen rechtzeitig zu stellen: "Ein Schwimmmeister muss gut ausgebildet sein."

Vorsitzender Engelbert Träger und der Bärnauer Bürgermeister Alfred Stier schluckten sichtlich. Eine solche Nachricht erfordere jedenfalls intensive Gespräche. Thomas Meiler, 2. Bürgermeister in Flossenbürg, forderte zu Kontakten mit dem Skilanglaufzentrum Silberhütte auf: "Eine gemeinsam beschäftigte Kraft könnte durchaus ein gangbarer Weg sein." Sehen lassen konnte sich zuvor die präsentierte Bilanz des Förderkreises. Träger rief das Engagement der zurückliegenden Monate ins Gedächtnis.

Gäste aus Tschechien

Zahlreiche Helfer packten vor und hinter den Kulissen an, um die in der Region beliebte Freizeiteinrichtung nicht untergehen zu lassen: "Wenn das Wetter passt, ist der Besucherandrang groß. Auch zahlreiche Gäste aus dem Nachbarland Tschechien haben die Altglashütte entdeckt." Ein Projekt für die Zukunft rückte Walter in den Blickpunkt: "Wir sind dabei das Kinderplanschbecken attraktiver zu gestalten. Investiert werden in die Anlage und in neue Spielgeräte 20 000 Euro." Finanzielle Sorgen hat der Förderverein aktuell nicht. Walter relativierte den guten Kassenstand: "Das Geld ist nötig, um für künftige Reparaturen gerüstet zu sein." Bürgermeister Stier zeigte sich beeindruckt: "Die Stadt Bärnau kann stolz darauf sein, wie gut der Betrieb durch den Förderkreis funktioniert. Ganz im Gegensatz dazu bereitet uns das Hallenbad Sorgen. So wie es aussieht, geht es da um Sanierungen im Millionenbereich."

Marketing-Strategie

Mit dem Stellenwert der Altglashütte für die gesamt Region setzte sich 2. Bürgermeister Oliver Mutterer aus Floß auseinander: "Wichtig erscheint mir zudem eine passende Marketing-Strategie, ohne kommunale Grenzen." Nicht unterschätzt werden dürfe die Kommunikationstechnik. Ausgiebig diskutiert wurde dazu als neues Angebot ein Internetzugang. Gerade jungen Leuten sei das wichtig.
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