Westerwelle: "Es wird werden"

Die ersten Bilder seit langem: Der ehemalige Bundesaußenminister Guido Westerwelle (links) und sein Mann, der Sportmanager Michael Mronz sitzen unter den Zuschauern beim Großen Preis des Internationalen Reitturniers in Aachen. Bild: dpa

Die Diagnose war ein Schock: Ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus der Regierung erfuhr Westerwelle im Juni 2014 von seiner Krebskrankheit. Jetzt zeigt er sich wieder in der Öffentlichkeit und versichert: "Es wird werden."

Es ist ein erstes öffentliches Zeichen der Zuversicht nach fast einjähriger Krankheit: Beim Reitturnier in Aachen sitzt der frühere Außenminister Guido Westerwelle am Sonntag neben seinem Ehemann Michael Mronz auf der Tribüne. Er lacht, applaudiert, fiebert mit. Dass er seit Monaten gegen Leukämie kämpft, sieht man ihm nicht an.

Positives Zeichen

Der "Bild"-Zeitung sind die Bilder am Montag eine Titelgeschichte wert: "1. Triumph über den Krebs", lautet die Schlagzeile. Ob der ehemalige FDP-Chef die Krankheit schon besiegt hat, ist zwar unklar. Hoffnung macht der Auftritt beim Reitturnier aber allemal. Westerwelle erfuhr Mitte Juni 2014 durch Zufall von seiner Krankheit. Der damals 52-Jährige wollte sich in Köln am Knie operieren lassen, nachdem er sich auf Mallorca vertreten hatte. Bei der Voruntersuchung fiel auf, dass mit seinem Blutbild irgendetwas nicht stimmt. Die niederschmetternde Diagnose: Blutkrebs, Leukämie.

Westerwelle äußerte sich damals öffentlich nicht dazu. Seine Freunde und Kollegen zweifelten aber nicht an seinem Kampfgeist in einer solch lebensbedrohlichen Situation. "Ich kenne Guido Westerwelle seit langen Jahren als einen großen Kämpfer. Meine Gedanken sind bei ihm", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Mit ihr hatte Westerwelle noch ein halbes Jahr zuvor als Vizekanzler eine Regierung geführt.

Erneut beim Reitturnier

Einen Monat nach der Diagnose gab es noch einmal einen öffentlichen Auftritt. Auch damals war er unter den 40 000 Zuschauern des Reitturniers, das von seinem Ehemann vermarktet wird. Damals trug er eine Baseball-Kappe, wahrscheinlich um Spuren der Krankheit zu verdecken. Dann wurde es still um ihn.

Westerwelle hielt aber weiter Kontakt zu den Parteikollegen und in die Regierung. Ab und zu telefoniert er mit Nachfolger Frank-Walter Steinmeier (SPD). Im Mai traf er sich mit Merkel in einem griechischen Restaurant in Berlin. Am Montag meldete er sich nach sieben Monaten auch auf Facebook wieder zurück. "Ich danke herzlich für die guten Wünsche", schrieb er auf seiner Seite. "Ich bin zuversichtlich. Es wird werden."
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