WHO: Trendwende im Kampf gegen Ebola geschafft
Langsam Grund zur Hoffnung

Die Schottin Pauline Cafferkey wurde am Wochenende als von Ebola geheilt aus dem Krankenhaus in London entlassen. Sie hatte sich bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Krankenschwester für "Save the Children" in Sierra Leone infiziert. Nach mehr als drei Wochen im Krankenhaus ist ihr Körper vom Virus befreit. Bild: dpa
Der Kampf gegen Ebola macht deutliche Fortschritte, ist nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber noch lange nicht gewonnen. "Wir haben eine Trendwende geschafft, den schlimmsten Fall verhindert", sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Sonntag in Genf. Zugleich betonte der UN-Beauftragte für Ebola, David Nabarro: "Der Ausbruch ist noch nicht vorbei". Um Ebola in den betroffenen Ländern zu besiegen, werde noch viel Geld und Engagement benötigt. Bisher habe der Kampf gegen die Seuche vier Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) gekostet.

Die WHO-Generaldirektorin warb dafür, aus der bisher beispiellosen Herausforderung tiefgreifende Konsequenzen zu ziehen. Die WHO müsse ihr Krisenmanagement verbessern. "Die Verfahren zur Rekrutierung (von Einsatzkräften) sind zu langsam", sagte Chan.

Darüber hinaus sollten sich alle Staaten intensiver auf solche Krisen vorbereiten und Spezialteams als Teil ihres Gesundheitssystems aufbauen. "Ich dränge darauf, dass wir die Ebola-Krise als eine Gelegenheit nutzen, unsere Systeme zu stärken."

Dutzende Nationen, Hunderte Organisationen und Tausende Helfer seien bisher an dem Versuch beteiligt, Ebola in Westafrika zu besiegen, sagte Nabarro. Die USA, Großbritannien, Frankreich, aber auch China und Kuba mit seinen 260 Helfern hätten großes Engagement gezeigt. Wichtig sei, dass die Hilfe von der jeweiligen Bevölkerung akzeptiert werde. "Es gibt immer noch Misstrauen", sagte Nabarro. Künftig soll die Beratung durch Kultur-Experten, die sich mit den jeweiligen Sitten und Gebräuchen auskennen, eine wichtigere Rolle spielen. In Guinea, Sierra Leone und Liberia sind seit Ausbruch der Seuche 21 800 Menschen erkrankt, rund 8670 sind gestorben.
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