WHO: Zahl der neuen Ebola-Fälle steigt in Sierra Leone und Guinea
Rückschläge trotz der Erfolge

Die fünfjährige Aminata Bangura aus Sierra Leone hat Ebola überlebt, aber ihre Eltern verloren. Bild: dpa
Im Kampf gegen das Ebola-Virus meldet die Weltgesundheitsorganisation WHO Fortschritte in Liberia und Rückschläge in Sierra Leone und Guinea. Erstmals seit neun Monaten seien in der Woche zum 1. März keine Neuerkrankungen in Liberia registriert worden, gleichzeitig sei die Zahl der Fälle in den anderen beiden Schwerpunktländern der Epidemie wieder stärker gestiegen. Am Wochenende sollen Testreihen für einen Impfstoff gegen das Virus in Guinea beginnen, wie die WHO am Donnerstag mitteilte.

In Sierra Leone habe man vom 23. Februar bis zum 1. März 81 neue Ebola-Erkrankungen gezählt, 18 mehr als in der Vorwoche. In Guinea sei in der gleichen Zeit ein Anstieg um 16 Fälle auf 51 Ebola-Erkrankte registriert worden, teilte die WHO mit. In beiden Ländern würden gestorbene Ebola-Infizierte weiter ungeschützt beerdigt. Insgesamt registrierte die WHO seit Ausbruch der Epidemie vor etwa einem Jahr 23 934 Ebola-Fälle in den drei Ländern, 9 792 Menschen starben an der Krankheit. Die Dunkelziffer könnte laut WHO jedoch viel höher liegen.

Ab Samstag sollen an Freiwilligen in Guinea der Impfstoff VSV-EBOV auf Leistungsfähigkeit und Wirksamkeit getestet werden. Die Substanz wurde laut WHO von Kanadas Agentur für öffentliche Gesundheit entwickelt. Die beiden amerikanischen Firmen New Link Genetics und Merck kooperieren bei der Produk- tion des Stoffes. Die britische Firma Glaxo Smith Kline arbeitet an einem anderen Impfstoff gegen Ebola, der auch getestet wird. Bislang existieren gegen das Virus noch keine zugelassenen Impfstoffe und Heilmittel.
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