Wie der Staat gegen kriminelle Rocker vorgeht

Zu den untereinander verfeindeten Rockergruppen gehören Hells Angels, MC Gremium, Bandidos und Outlaws. Das Bundeskriminalamt (BKA) geht von bundesweit etwa 9000 Rockern aus. Bei der Organisierten Kriminalität stand 2013 laut BKA jedes achte Verfahren im Zusammenhang mit Rockern. Seit einigen Jahren geht der Staat verschärft gegen Rockerbanden vor:

Club-Verbote: Bereits 1983 verbot das Bundesinnenministerium die Hells Angels in Hamburg. 2000 erließ das nordrhein-westfälische Innenministerium ein Verbot der Hells Angels in Düsseldorf, 2010 des Clubs in Flensburg, 2011 in Pforzheim und zwei Clubs in Frankfurt. 2012 verboten die Behörden die Hells Angels in Kiel, Köln und Berlin, 2013 in Bremen und Brandenburg. Im Juli 2013 verfügte das Bundesinnenministerium mit dem Verbot der Gruppe MC Gremium in Sachsen erstmals die Auflösung eines kompletten Regionalverbands. In Bayern ist dagegen noch kein Verbot ausgesprochen worden.

Verbote von Rockersymbolen : Im April 2014 bestätigten die Richter des Hamburger Oberlandesgerichts ein Urteil, das im Tragen bestimmter Symbole der Hells Angels wie dem geflügelter Totenkopf auf der Kutte einen Verstoß gegen das Vereinsgesetz sah. Auf diese Entscheidung stützen sich die Innenministerien, auch Bayern. Allerdings sei jeder Einzelfall zu prüfen.

Razzien: Immer wieder werden bei den Rockerclubs enorme Waffenarsenale entdeckt. Im März 2013 beschlagnahmt die Polizei bei einer Großrazzia in Bayern 86 Schusswaffen, etwa 2000 Schuss Munition, 5,5 Kilo Drogen sowie etliche verbotene Gegenstände wie Messer und Schlagringe. In Düsseldorf wurden beim Verbot des Hells-Angels-Chapters Sprengstoff und 35 Waffen entdeckt, die zum Teil in unterirdischen Depots auf dem Vereinsgelände versteckt waren. (dpa)
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