Wie Mundlos zu einem neuen Namen kam

Eine Ermittlerin des Bundeskriminalamts hat im Münchner NSU-Prozess detailliert beschrieben, wie sich der mutmaßliche Rechtsterrorist Uwe Mundlos eine Tarn-Identität zugelegt haben soll. Mundlos war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft neben Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe Mitglied des "Nationalsozialistischen Untergrunds". Als Beweisstück präsentierte die Polizistin am Mittwoch die Geburtsurkunde eines mutmaßlichen Helfers, dessen Name Mundlos verwendet haben soll. Das Dokument war im Schutt der ausgebrannten Fluchtwohnung des NSU-Trios in Zwickau gefunden worden.

Auf der Rückseite habe sie zahlreiche Notizen gefunden, sagte die Ermittlerin. Darin seien die aktuelle und frühere Adressen des Namensgebers vermerkt gewesen. Außerdem hätten sich darauf Einzelheiten zu seiner Familie befunden, etwa das Geburtsdatum seiner Schwester. "Im Ganzen sieht es so aus, als sei auf der Rückseite ein detaillierter Lebenslauf entstanden von jemandem, der versucht, sich diese Daten einzuprägen." Eine graphologische Untersuchung habe ergeben, dass die Handschrift wohl von Mundlos stamme.
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