Wieder Pflegekraft mit Ebola infiziert

In den USA hat sich wieder eine Pflegekraft bei der Versorgung eines Ebola-Patienten angesteckt. Kurz bevor sie Symptome zeigte, reiste sie noch in einem Flugzeug. Die Gesundheitsbehörde sucht nun die anderen Passagiere - die Kritik indes wird lauter.

In den USA hat sich eine zweite Pflegekraft mit Ebola angesteckt. Sie habe sich - ebenso wie eine Krankenschwester zuvor - in einer Klinik in Dallas bei der Versorgung eines aus Liberia eingereisten Mannes infiziert, teilte die Gesundheitsbehörde am Mittwoch mit. Einzelheiten wurden nicht bekannt. Wenige Stunden vor den ersten Symptomen hatte die Pflegekraft nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC einen Inlandsflug absolviert. Alle 132 Passagiere sollen nun vorsichtshalber ausfindig gemacht werden.

Unzureichend vorbereitet

Unterdessen wächst in den USA die Kritik an den Vorbereitungen des Gesundheitssystems des Landes auf mögliche Ebola-Patienten. Hunderte Krankenschwestern und Pfleger hätten sich beschwert, dass ihre Krankenhäuser nicht ausreichend auf Ebola vorbereitet und Schwestern und Pfleger nicht ausreichend geschult worden seien, teilte der Krankenpfleger-Verband National Nurses United (NNU) mit, dem mehr als 4000 Pfleger angehörten.

Die zuerst infizierte Krankenschwester war als erster Fall einer Übertragung von Mensch zu Mensch in den USA bekanntgeworden. Laut Klinik hatte sie die vorgeschriebene Schutzkleidung aus Anzug, Handschuhen, Brille und Gesichtsmaske getragen. Ersten Vermutungen zufolge könnte sie sich beim Abnehmen der Maske angesteckt haben. Die nun erkrankte Pflegekraft meldete am Dienstag Fieber, ein Test bestätigte die Infektion. Die Person sei sofort isoliert und zu Kontakten befragt worden. Alle Menschen, mit denen sie in Verbindung gewesen sei, stünden unter Beobachtung. Der Zustand der Krankenschwester ist nach Angaben des Krankenhauses weiter gut.

Auch in Spanien hatte sich eine Frau bei einem Ebola-Kranken angesteckt. Gesundheitsministerin Ana Mato gab bekannt, dass sich der Zustand der Patientin inzwischen gebessert habe, aber weiter ernst sei. Die Pflegehelferin hatte sich in einer Klinik in Madrid bei einem Geistlichen infiziert, der in Afrika gearbeitet hatte.

Der Leichnam des nach fünftägiger Behandlung in Leipzig gestorbenen Ebola-Patienten wurde inzwischen eingeäschert. Der 56 Jahre alte UN-Mitarbeiter wurde in der Nacht zu Mittwoch in einem Krematorium verbrannt, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung mitteilte. "Wir werden jetzt in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und der UN einen Weg finden, die sterblichen Überreste seiner Familie zu übergeben." Der 56-Jährige war Muslim.

Geheilte sollen helfen

Tausende Menschen in Westafrika, die Ebola überlebt und jetzt gegen das Virus immun sind, sollen im Kampf gegen die Seuche helfen. Entsprechende Pläne werden bei der ersten Konferenz von Ebola-Überlebenden erörtert, die mit Unterstützung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) in Sierra Leone stattfindet. Unicef geht davon aus, dass in den nächsten sechs Monaten bis zu 2500 Überlebende für Aufgaben zur Bekämpfung der Seuche ausgebildet werden könnten.
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