Wilde Tiere lassen es krachen

Die Garde des Waidhauser Faschingsvereins zeigte bei ihrem Auftritt viel Akrobatik und großes Können. Bilder: fjo (2)

Die Stimmung im Pfrentscher Schützenhaus hätte nicht besser sein können. Der zum Festsaal umgebaute Schießstand und die geräumige Bar glichen beim Schützenball einem Tollhaus.

Vorsitzende Hildegard Werner führte als Moderatorin durch einen Abend voller Höhepunkte. Die besten Plätze gingen mit der Saalöffnung weg wie die warmen Semmeln. Pünktlich startete die Tanzkapelle "Summerwind" vor ausverkauftem Haus. Mit einer abwechslungsreichen Musikauswahl und verschiedenen Rhythmen hielt das Duo das geräumige Tanzparkett stets gut gefüllt.

Den gesamten freien Platz beanspruchten anschließend die "Moosbacher Power Liners" für sich, und Countrymusik hielt Einzug ins Schützenhaus. Die in einheitlichem Schwarz gekleideten Tänzer zeigten einen Ausschnitt aus dem Repertoire. Mit kräftigem Applaus dankten die Zuschauer für die Auftritte.

Kräftige Lachanfälle

Auf den nächsten Höhepunkt musste das Publikum nicht lange warten. Die Vereinsmitglieder Renate Forster und Christa Schreml ließen es bei ihrer Einlage richtig krachen. Der Einakter "Ohne Worte" war den beiden Laiendarstellerinnen wie auf den Leib geschneidert. Es ging um zwei grundverschiedene Frauentypen, die sich zufällig in einem Zugabteil begegneten. Bei der einen handelte es sich um eine vornehme Dame aus der Stadt, die andere mimte ein richtiges Landei aus der tiefsten Provinz. Allein der Auftritt und die ersten Beschnupper-Rituale lösten große Heiterkeit und kräftige Lachanfälle aus.

Wahre Brüller

Was aber dann auf der Bühne abging, zog wahre Brüller und viele tränende Augen nach sich. Dabei wollte sich die Stadtfrau doch eigentlich nur etwas zurechtmachen. Weil der Landfrau aber die Utensilien fehlten, griff sie zu allem möglichen Greifbaren. Denn nachstehen wollte sie der Sitznachbarin keinesfalls und schließlich hatte sie ja ihre Einkäufe für den Haushalt dabei.

Das startete noch ziemlich sanft beim Verschönern mit Lippenstift bei der einen, denn rote Farbe erzeugte auch das genutzte Tomatenmark bei der anderen. Schon deftiger wurde es beim Gebrauch von Gesichtspuder, denn auf der anderen Seite musste ein Päckchen Mehl dafür herhalten, das mit einem Schwamm verteilt, den gleichen Effekt ergab.

Statt Wimperntusche tat es Schokocreme zum Nachziehen der Augenbrauen, und so steigerte sich die Szenerie Minute für Minute. Make-up hier, Schuhcreme dort, Parfum bei der einen, Fliegenspray bei der anderen. Zur Krönung stand der Gegensatz von Kamm zu Klobürste für die Haare und Klopapier kontra Schal.

Leider waren nur wenige Besucher kostümiert. Viele Farbtupfer setzte der grauen Tristesse zumindest rund um Mitternacht die Tanzgruppe "Public Surprise" des Waidhauser Faschingsvereins entgegen. Die gemischte Garde bescherte dem Publikum fetzige Unterhaltung mit kraftvollen Sequenzen. Unter dem Motto ,,Dschungel" gab es wilde Tiere, undurchdringliches Dickicht, Gefahren und Abenteuer zu sehen. Alles wunderbar verpackt in einer selbst ausgedachten Choreographie. Auch die vielen facettenreichen Szenen bestanden aus lauter Eigenkreationen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.