Windkraftgegner demonstrierten beim Landratsamt
Windrad fällt - nur symbolisch

Noch steht das acht Meter hohe, symbolische Windrad. Zum Abschluss der Demonstration am Landratsamt wurde es zu Fall gebracht. Dr. Siegfried Burger, Vorsitzender der Gleiritscher BI "Gegenwind", kritisierte: "Die Bürger der Stadt Pfreimd sehen nicht mal mehr die Spitzen der Windräder und wir werden davon dominiert".
Schwandorf. (cv) "Keine Windmonster, Schwarzstorch statt Pleitegeier. Wir wehren uns": Symbolisch hatte die Bürgerinitiative "Gegenwind" ein Windrad gefertigt, Transparente aufgezogen. Eineinhalb Stunden harrten die Demonstranten aus, die verhindern wollen, dass sich fünf je 203,5 Meter hohe Windräder auf dem "Großen Kulm" bei Pamsendorf drehen. So lange nahm sich Landrat Thomas Ebeling Zeit für ein internes Gespräch mit einer 13-köpfigen Delegation im "Blickpunkt" des Landratsamtes. Die Teilnehmer kamen aus der Gleiritscher BI "Gegenwind", aus Nachbarkommunen und ebenso aus Wittschau im Nachbarlandkreis Neustadt/Waldnaab. Abschließend übergab die BI mit Dr. Siegfried Burger ihre Unterlagen und Statements und brachte danach symbolisch das aufgestellte Windradmodell zu Fall.

Die Abordnung mit Sprecher Dr. Siegfried Burger lieferte eine umfangreiche "Stoffsammlung", die sie in fünf Monaten zusammengetragen hatte, gehe es doch um "einschneidende Veränderungen in der Gemeinde", so der Gleiritscher Bürgermeister Hubert Zwack. Man wolle "Überzeugungsarbeit leisten".

In der Runde der direkt Betroffenen wurden Infraschall, Lärmbelästigung, Beeinträchtigungen im Wasserschutzgebiet angeführt, Umzingelung, berufliche Existenzgefährdung und Verlust von Wohnqualität angeprangert. In die deutsche Umweltpolitik habe der Blitz der Unvernunft eingeschlagen".

Facharzt Michael Bräutigam und Rechtsanwalt Stephan Gesierich zielten auf "Versäumnisse und Verfahrensfehler" in der artenschutzrechtlichen Prüfung ab. Beide sehen "gesetzlich vorgeschriebene Vorgaben nicht erfüllt".

Mit dem erarbeiteten Unterlagen-Paket wolle die BI dem Landrat "eine Art Entscheidungshilfe geben", so Michael Bräutigam. Sie sei "als persönlicher Brief mit großem rechtlichen Sachverstand" zu sehen.

Der Landrat versicherte, dass alle Einwände im Verfahren geprüft werden. Doch das Landratsamt sei kein politisches Gremium, kein Antragsteller für Windräder, sondern Genehmigungsbehörde, die - wie bei einem Bauantrag - nach Recht und Gesetz ein Verfahren abzuwickeln habe. Die politische Entscheidung zur Energiewende "findet woanders statt".
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