Wirtschaft sieht vor allem Fortschritte bei der Versorgungssicherheit
Ende der Flaute bei Energiewende

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) sieht erstmals spürbare Fortschritte bei der Energiewende in Bayern. Vor allem im Bereich Versorgungssicherheit komme man voran, erklärte VBW-Präsident Alfred Gaffal bei der Vorstellung des neuen VBW-Energiewende-Monitorings.

Wichtige Stromtrassen

Hauptgrund dafür sind der kurz vor der Vollendung stehende Bau der Thüringer Strombrücke sowie der Koalitionskompromiss vom Juli, in dem sich CDU, CSU und SPD auf den Bau der Gleichstromtrassen SuedLink und Süd-Ost-Passage verständigt hatten. Beide Trassen seien für die künftige Versorgungssicherheit genauso von Bedeutung wie der Erhalt und der beschlossene Neubau von Reservekraftwerkskapazitäten, sagte Gaffal. Laut Michael Schlesinger von der Prognos AG, die im Auftrag der VBW das Energiewende-Monitoring zum vierten Mal durchführte, werde Bayern in Zukunft "keine ernsten Probleme" mit der Versorgungssicherheit bei Strom bekommen. Durch den Koalitionskompromiss habe sich die Perspektive deutlich verbessert.

"Kritische Höhe"

VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sah zudem kein Problem in der Tatsache, dass Bayern nach dem Abschalten seiner Kernkraftwerke mehr denn je auf Stromimporte angewiesen sein werde. "Strom von außen zu beziehen, ist für ein exportorientiertes Land wie Bayern nichts Ungewöhnliches", erklärte Brossardt. Sich nur auf sich selbst zu beziehen, sei "nicht der richtige Weg". Mit Sorge reagierte Gaffal dagegen auf die weiter steigenden Strompreise in Bayern. Diese würden eine "zunehmend kritische Höhe" erreichen. "Es geht nicht, dass die Strompreise uferlos steigen. Damit sind wir auf Dauer nicht wettbewerbsfähig", warnte Gaffal. Schon heute würden viele Unternehmen im Ausland investieren, wo der Strom billiger sei.

Nötig sei die Einführung einer effektiven Strompreisbremse, entweder durch die Reduzierung der Stromsteuer oder des EEG-Beitrages. Staatlich veranlasste Kosten würden heute bereits die Hälfte des Strompreises ausmachen.
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