Wohin mit der militärhistorischen Sammlung der Garnison Amberg?
Cham kommt nicht infrage

Seit 1984 haben die Macher der Präsentation auf mehr als 800 Quadratmetern etwa 4000 Ausstellungsstücke zusammengetragen. Bild: Hartl
Amberg. (tk) Die Militärhistorische Sammlung der Garnison Amberg in Cham? Stabsfeldwebel Hubert Haas kann sich die von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ins Spiel gebrachte Variante gar nicht vorstellen. Er hält den Umzug sogar für unmöglich. Die Bundeswehr übrigens auch.

Seit 1984 haben die Macher der Präsentation auf mehr als 800 Quadratmetern etwa 4000 Ausstellungsstücke zusammengetragen. Alle haben sie eine Verbindung zur Stadt oder zum Landkreis. Ausnahmslos. "Es gibt keinen Cham-Bezug", sagt Hubert Haas, einer von zwei Sammlungs-Beauftragen und Vorstandsmitglied des Fördervereins, der sich um die Exponate kümmert. Diese seien in erster Linie Leihgaben und stammten meist aus Nachlässen von Privatleuten aus der Stadt und dem Umland. "Hier geht es um die Garnison Amberg und die Truppenteile, die hier stationiert waren."

In Cham gar kein Platz

Haas ist fest davon überzeugt, dass die rechtmäßigen Eigentümer kein Interesse daran haben oder sogar strikt dagegen sind, dass ihre Erinnerungsstücke ins etwa 80 Kilometer entfernte Cham wechseln sollen. Abgesehen davon sei in der Nordgau-Kaserne gar kein Platz für die Objekte. Was eine Bundeswehrsprecherin am Montag auf Nachfrage auch bestätigte: "Cham kann die dafür benötigten 800 oder 1000 Quadratmeter gar nicht stellen. Das ist Fakt." Letztlich handle es sich bei der Sammlung um eine Vereinssache. Deshalb: "Man wird einen Raum in der Region Amberg finden müssen." Ein Teil der Militärhistorie sei in der Nordgau-Kaserne dennoch vorgesehen. Auf 80 Quadratmetern soll laut der Sprecherin Kleinmaterial ausgestellt werden, das speziell mit der Panzerbrigade in Verbindung steht. Also Wappen, Fahnen und vergleichbare Gegenstände. Hubert Haas hat damit kein Problem: "Dabei handelt es sich um Eigentum der Brigade" und damit der Bundeswehr, die darüber verfügen dürfe. Es gehe um 30 bis 40 Stücke. Nicht mehr. Hubert Haas sieht folglich keine Gefahr, dass die Sammlung dadurch zerrissen werden könnte.

Lösung von und mit Stadt

Die Frage aber bleibt, wo die Exponate nach der Schließung der Leopoldkaserne zu sehen sein sollen. Der zuständige Stabsfeldwebel hat eine Idee, die wie ein Wunsch klingt: "Wenn die Stadt das Areal übernimmt und wir bleiben könnten, wäre das schon nicht schlecht." Vor dem historischen Hintergrund sei die Leopoldkaserne der richtige Ort. Vorrangig sei aber, dass die Sammlung in der Stadt oder im Landkreis bleibt. Zusammen mit OB Michael Cerny und Kulturreferent Wolfgang Dersch soll nun nach einer Lösung gesucht werden. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden, bestätigte auch CSU-Landtagsabgeordneter Harald Schwartz. Er sprach gegenüber unserer Zeitung von ernstzunehmenden Alternativen - eine private Unterbringung und ein Umzug innerhalb des Bundeswehr-Standorts. Mehr könne noch nicht gesagt werden. Außer, dass eine städtische Lösung vom Freistaat bezuschusst werden könnte. In einem Schreiben an ihn, sagte Harald Schwartz, habe das Kultusminister Ludwig Spaenle bereits angedeutet.
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