Wohl des Kindes sollte im Mittelpunkt stehen - Konkrete gesetzliche Regelung gibt es nicht
Nach Trennung der Eltern: Umgang klar regeln

Minderjährige Kinder haben Anspruch auf Umgang mit beiden Elternteilen und umgekehrt. Die gesetzliche Regelung macht deutlich, dass der Umgang ein Recht des Kindes und der Eltern ist, für die Eltern aber auch eine Pflicht ist. Die Regelung des Umgangs, insbesondere die Häufigkeit, Dauer und Lage der Umgangszeiten, kann zwischen den Eltern einvernehmlich erfolgen.

Im Streitfall kann unter Zuhilfenahme der Beratung und Unterstützung des Jugendamts, eines im Familienrecht spezialisierten Rechtsanwalts sowie des Familiengerichts eine Umgangsregelung getroffen werden. Im Rahmen eines familiengerichtlichen Verfahrens sind grundsätzlich das Kind, ggf. ein Verfahrensbeistand, die Eltern und das Jugendamt anzuhören.

Im Mittelpunkt sollte dabei das Wohl des Kindes stehen. Gesetzliche Pflicht ist, dass "die Eltern alles zu unterlassen haben, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert". Das heißt beide Elternteile sind wechselseitig zu einem fairen und loyalen Verhalten verpflichtet. Es soll verhindert werden, dass das Kind von den Eltern als Machtmittel benutzt und der Umgang nicht gewährt wird, um dem anderen Elternteil zu schaden. Das Kind ist aus Paarkonflikten herauszuhalten und der andere Elternteil soll vor dem Kind nicht beschimpft oder schlecht gemacht werden.

Eine konkrete gesetzliche Regelung, wie oft, wann und wo der Umgang mit einem Kind zu gewähren ist, gibt es nicht; es sind immer alle das Eltern-Kind-Verhältnis bestimmenden Umstände in Betracht zu ziehen: Alter des Kindes, Intensität des bisherigen Umgangs, Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern, Arbeitszeiten der Eltern, Freizeitgewohnheiten des Kindes (Freundeskreis, Hobbies), etc.

Jedes Elternpaar sollte eine individuelle Umgangsregelung finden, die den Belangen des Kindes und den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht.Häufig wird ein Umgang alle zwei Wochen an einem Wochenende vereinbart sowie zusätzlich ein fester Umgangstag während der Woche und Umgang während der Hälfte der Ferienzeit.

Es kann auch das "Pendelmodell" gewählt und damit die Betreuungszeiten hälftig geteilt werden: das Kind lebt dann z.B. eine Woche bei dem Vater und eine Woche bei der Mutter.

Im Hinblick auf Feiertage und Ferien können die Eltern den Umgang ebenfalls individuell planen: Leben die Eltern nah beieinander, kann zum Beispiel geplant werden, dass das Kind Heiligabend bei dem Vater verbringt und den ersten und zweiten Weihnachtstag bei der Mutter und im nächsten Jahr anders herum. Bei großer Entfernung kann z. B. geregelt werden, dass das Kind Weihnachten bei der Mutter verbringt und Ostern bei dem Vater und im Jahr darauf umgekehrt.

Wichtig ist jedenfalls, dass ein geregelter Umgang stattfindet, sowohl Kind als auch Eltern Planungssicherheit haben und Umgangstermine von allen eingehalten werden. Bei Streitigkeiten sollte frühzeitig anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen werden um Konflikte schnell lösen zu können und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.
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