Zeit der Notunterkunft für Flüchtlinge ist vorbei
Hallen fit wie ein Turnschuh

Flüchtlingskoordinator Christian Zisler (links) und Schulleiter Berthold Göttgens in der Turnhalle der Willmannschule. Hier waren bis vor wenigen Tagen vor allem Familien untergebracht. Die verbliebenen rund 70 Flüchtlinge sind in die Notunterkunft an der Adalbert-Stifter-Straße umgezogen. Bild: Huber
Amberg. (upl) Wenn am Montag der Unterricht wieder beginnt, dann nehmen die Kinder der Willmannschule ihre Turnhalle wieder in Betrieb. Sie präsentiert sich frisch herausgeputzt, nachdem sie drei Monate lang als Notunterkunft für Flüchtlinge diente.

Obwohl Ferien sind, stehen die Türen an der Barbara- und der benachbarten Willmannschule weit offen. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes sind angerückt. Sie tragen die verbliebenen Tische nach draußen und verladen sie zum Abtransport. "Die beiden Turnhallen stehen wie geplant ab Montag wieder für den Unterricht zur Verfügung", sagt Flüchtlingskoordinator Christian Zisler. Die Willmannschule nutzt die Halle gleich wieder, die Barbaraschule belässt es noch eine zusätzliche Woche beim Ausweichquartier Raigering. Laut Schulleiter Berthold Göttgens muss erst der Stundenplan angeglichen werden.

Völlig unverkrampft

"Die Hallen haben keinen Schaden genommen", berichtet Zisler. Er habe durchaus damit gerechnet, dass nach der intensiven Beanspruchung in den vergangenen Wochen, die eine oder andere Renovierung notwendig sei. "Aber das ist nicht nötig. Hier haben sich alle diszipliniert verhalten." Trotz der hohen Fluktuation, des unterschiedlichen Alters und oftmals stark differierender kultureller Hintergründe habe es beim Zusammenleben der Flüchtlinge keine Probleme gegeben.

"Hier herrschte wirklich eine positive Stimmung", berichtet Göttgens, der sich seit Beginn der Einquartierung Anfang August Tag für Tag ein Bild von der Lage machte. Der Schulleiter führt den harmonischen Ablauf vor allem auf das Engagement der Ehrenamtlichen, der städtischen Mitarbeiter und des Sicherheitsdienstes zurück. "Hier ist sehr professionell gearbeitet worden. Die Leute sind völlig unverkrampft mit der Situation umgegangen." So offen, dass mittlerweile engere Kontakte entstanden sind. "Nach einer gewissen Zeit lernt man sich halt näher kennen. Man kennt sich mit Namen." Wie berichtet, haben die rund 70 verbliebenen Flüchtlinge am Wochenende die neue Notunterkunft in der Adalbert-Stifter-Straße bezogen.

Der Schulkomplex im Milchhof-Viertel hatte sich für die Notunterbringung angeboten, weil direkt nebeneinander zwei Turnhallen zur Verfügung standen. In der Barbaraschule fanden überwiegend die alleinstehenden Männer Zuflucht. Frauen sowie Familien mit Kindern konnten wenige Meter entfernt die Willmannschule als vorübergehende Bleibe nutzen. "Der Schulbetrieb und das Flüchtlingslager waren die ganze Zeit über baulich getrennt", berichtet Göttgens. Auch deswegen habe es - abgesehen von der Verlegung des Sportunterrichts - für die Kinder kaum Beeinträchtigungen gegeben. Nachdem jetzt Turnmatten und Springböcke wieder eingeräumt sind, muss laut Koordinator Zisler nur noch gewischt werden. "Und dann hat sich der Fall."
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