Zelte an der Grenze nicht winterfest
Flüchtlinge im Schnee

Flüchtlinge gehen am 21.11.2015 an der deutsch-österreichischen Grenze nahe Wegscheid (Bayern) während eines Schneeschauers nach Deutschland. Der Wintereinbruch in Bayern trifft auch die Flüchtlinge in der Grenzregion. Bild: dpa
Wegscheid. (dpa/lby) Der erste Schnee ist gefallen, doch auf den Winter sind die deutschen und österreichischen Behörden an den drei Grenzübergängen in Niederbayern noch nicht ganz vorbereitet. Zwar können sich die Flüchtlinge, die dort bis zu 24 Stunden auf die Weiterreise nach Deutschland warten, in beheizten Zelten aufwärmen, doch eine langfristige Lösung soll das nicht sein. «Die Zelte sind nicht winterfest, und wenn hier ein halber Meter Schnee liegt, was hier schnell der Fall ist, dann ist es auch mit dem Laufen zum Bus schwierig», sagt der Sprecher der Bundespolizei, Rudolf Höser.

In Wegscheid (Landkreis Passau) müssen die Flüchtlinge bisher 300 Meter über die Bundesstraße von Österreich nach Deutschland laufen, wo sie ein Bus der Bundespolizei abholt. Das soll sich in den nächsten Wochen ändern, sobald sich die Politiker beider Länder einig geworden sind. Dann sollen, wie seit einigen Wochen an den Grenzübergängen Neuhaus am Inn und Simbach am Inn, Busse die Flüchtlinge direkt über die Grenze zu den deutschen Notunterkünften fahren.

Zudem sollen in den nächsten Wochen winterfeste Zelte die jetzigen Zelte an den drei Grenzübergängen und am Passauer Bahnhof ersetzen. «Wir sind den Winter gewohnt, und wir hoffen, dass wir genügend vorbereitet sind», sagt der österreichische Polizist Ludwig Scheuer.

Auch die meisten Flüchtlinge kennen den Winter aus ihrer Heimat. Auf ihrer wochenlangen Flucht über die Balkanroute wurde die Kälte jedoch zu einer weiteren Strapaze. «In Slowenien haben wir eine Nacht in einem Zelt geschlafen, wo es so kalt war, dass wir Angst hatten zu erfrieren», erzählt Omar aus Syrien. Er hat in Wegscheid zwei Pullover übereinander an, seine Jacke und sein Gepäck hat er auf der Flucht verloren. Die eiskalten Nächte in Slowenien sind den meisten Flüchtlingen in Erinnerung geblieben, so auch Tareq: «Jetzt sind wir hier. Hier ist es warm und es geht mir viel besser.»
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