Zoiglbier

Das "echte" Zoiglbier entsteht in einem der fünf Kommunbrauhäuser in Windischeschenbach, Neuhaus, Eslarn (alle Landkreis Neustadt an der Waldnaab), Falkenberg und Mitterteich (beide Landkreis Tirschenreuth). Nach dem Ansetzen der Würze fahren die brauberechtigten Bürger das Bier zum Gären und Reifen in ihre Keller, wo es einige Wochen ruht, ehe es zum Ausschank kommt oder zum Eigenbedarf gelagert wird. Das Brau- und Schankrecht liegt auf dem Haus und wird mit diesem erworben. Der Zoigl (nicht das) hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen regelrechten Boom erlebt. Vom Durchfall-Bier für Arme hat er den Aufstieg zum schmackhaften Kultgebräu geschafft. Vor allem die günstigen und schmackhaften Brotzeiten in den Zoiglstuben und die gesellige Atmosphäre - spätestens ab der zweiten Halbe ist jedermann beim Du - werden von den Gästen geschätzt. Mittlerweile haben sich auch außerhalb der fünf Hauptorte Zoiglstuben etabliert, die ihr Bier von Kommunbrauern beziehen. Aber auch Brauereien sind auf den Zug aufgesprungen und bieten Zoigl an; eine Entwicklung, die von den Kommunbrauern nicht so gerne gesehen wird; deshalb versuchen sie alles, um auf die Originalität ihres Produkts hinzuweisen, unter anderem mit Kommunbrautagen (wie am Tag der deutschen Einheit in Neuhaus), einem eigenen Logo und eben der Briefmarkenaktion. Wohl bekannteste Zoigl-Destination ist der Schafferhof von Gabi und Reinhard Fütterer in Neuhaus, in dem die Altneihauser Feierwehrkapelln ihr Hauptquartier hat. Zoigl vom Kommunbrauer gibt es nur am Wochenende Die Schankstätten wechseln sich ab. (ma)

Buchtipp: Der Zoigl, Bierkult aus der Oberpfalz, Wolfgang Benkhardt, 192 Seiten, 180 Fotos, 19,90 Euro, erschienen im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz, ISBN: 978-3-935719-92-6.
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