Zukunft nur mit Visionen

Ortsbetreuer Heribert Kett hatte das Roßhaupter Heimattreffen organisiert und war auch für die musikalische Gesamtleitung verantwortlich. Bild: fjo

Zum Heimattreffen der Ehemaligen in Roßhaupt scheute der rührige Ortsbetreuer Heribert Kett weder Kosten noch Mühen. Die gute Vorbereitung sollte sich am Ende lohnen.

Etwa 100 Personen füllten die vollständig restaurierte Kirche St. Wenzeslaus fast vollständig aus. Weitere 50 Akteure, bestehend aus Sängern aus Moosbach, Roggenstein, Waldthurn, Oberlind und Waidhaus, sowie Bläsern des Musikvereins Waidhaus unter Leitung von Hermann Mack und Musikern der Streichergruppe von Willibald Wirth aus Floß, nahmen im Chorraum Platz.

Ortsbetreuer Kett war nicht nur Organisator, sondern auch musikalischer Leiter des großen Ensembles. Holzaltar sowie Ambo und sonstige Utensilien wurden von Pfarrer Georg Hartl, Kirchenpfleger Siegfried Zeug und weiteren Helfern im Vorfeld arrangiert und transportiert. Eröffnet wurde der Gottesdienst mit dem Lied "Wohin soll ich mich wenden" aus der Schubertmesse. Das Ordinarium der Messe sang der Projektchor in vierstimmigem Satz mit Orchester.

Viele Widerstände

Tenor der Predigt von Pfarrer Hartl waren die Worte von David Ben Gurion "Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist", sowie der Satz "Wer keine Visionen hat, hat keine Zukunft". Die Geschichte der Kirche von Roßhaupt sei geradezu ein Beispiel für eine Vision, die sich erfüllt habe: "100 Jahre haben die Roßhaupter um eine Kirche gekämpft, gegen viele Widerstände kirchlicher- und staatlicherseits. Weitere 100 Jahre mussten vergehen, bis man ihnen einen eigenen Pfarrer zugestand."

Geschichte der Kirche

Dann ging der Geistliche auf die Historie des Gotteshauses ein: Seit 1946 war die Kirche zweckentfremdet worden, bis 2005 durch Dekan Vladimir Born die Wiederherstellung des Gotteshauses in Angriff genommen wurde. Dank der Spenden der ehemaligen Bewohner der beiden Gemeinden Rozvadov und Waidhaus sowie vieler Kleinspender konnte zunächst das Gebäude außen gesichert werden.

Die vollständige Fertigstellung übernahm die Gemeinde Rozvadov, die nun auch - durch einen Schenkungsvertrag mit dem Bistum Pilzen - Eigentümerin der Kirche geworden ist. Es gilt die Auflage, den Bauunterhalt zu übernehmen und in diesem Raum nur Veranstaltungen durchzuführen, die dem sakralen Charakter einer Kirche nicht widersprechen und der Kirchengemeinde Tachov jederzeit und unentgeltlich die Möglichkeit zu Gottesdiensten zu gestatten. Auch die Waidhauser Bürgermeisterin Margit Kirzinger war unter den Mitfeiernden. Mit dem "Te Deum" und dem Heimatlied "Tief drin im Böhmerwald" endete der Gottesdienst. Danach versammelten sich die Ehemaligen im Chorraum zum Abschiedsfoto. Da geplant ist, das ehemalige Altarbild des heiligen Wenzeslaus zu restaurieren, kann die Kollekte eventuell dafür verwendet werden.

Das Heimattreffen startete bereits am Vorabend mit einem Volksmusikabend im Schützenhaus Frankenreuth. Durch den Abend führten Helga und Heribert Kett. Ein Friedhofsbesuch in Roßhaupt gehörte ebenso zum Programm.
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