Zusatzbeiträge als Aderlass für Versicherte

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Die Bundesregierung will durch Senkung der allgemeinen Krankenkassenbeiträge Millionen Versicherte entlasten. Doch die Zusatzbeiträge sind nun wieder erlaubt - und dürften viele zusätzlich belasten.

Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung wird im kommenden Jahr zwar noch weitgehend stabil bleiben, könnte danach aber deutlich steigen. Die beschlossene Beitragssenkung um 0,9 Prozentpunkte dürfte durch die Wiedereinführung von Zusatzbeiträgen der Kassen in durchschnittlich gleicher Höhe 2015 weitgehend aufgezehrt werden. Zu diesem Ergebnis kam der Schätzerkreis von Bundesversicherungsamt, gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Bonn.

Durch die Beitragssatzsenkung zum 1. Januar von 15,5 auf 14,6 Prozent und die Möglichkeit, dann den Zusatzbeitrag selbst zu bestimmen, will der Gesetzgeber mehr Wettbewerb zwischen den einzelnen Krankenkassen erreichen. 20 der rund 130 gesetzlichen Krankenkassen haben bereits angekündigt, aufgrund ihrer stabilen Kassenlage einen Zusatzbeitrag unter den 0,9 Prozentpunkten anbieten zu können. Kritiker rechnen auch damit, dass in den Folgejahren die Zusatzbeiträge wegen steigender Kosten deutlich zulegen. Der Kieler Gesundheitsökonom Thomas Drabinski geht davon aus, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag - je nach Entwicklung bei den Reserven im Gesundheitsfonds - bis 2018 auf mehr als 2,3 Prozent steigen könnte. Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes der Kassen, Doris Pfeiffer, erklärte zu dem Schätzergebnis: "Wir gehen davon aus, dass künftig alle Kassen einen Zusatzbeitrag nehmen müssen." (Kommentar)
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