Zwei Beispiele zeigen, wie Studierende der OTH Amberg-Weiden publikumswirksame Veranstaltungen ...
Den Flair der Côté d'Azur in die Oberpfalz geholt

Weiden/Amberg.(tt) Praxisbezug und Projektarbeit sind wesentliche Bestandteile eines Studiums an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden. Im Weidener Studiengang Betriebswirtschaft wagt sich Marketing-Professor Dr. Wolfram von Rhein dabei mit Studierenden erfolgreich auch an große Veranstaltungsprojekte.

Im Neue-Welt-Kino in Weiden hatte alles angefangen. Die Idee, jährlich die in Cannes prämierten besten Werbespots der Welt mit einem stilvollen Festival und Expertenbeitrag zu verbinden, setzte Marketingexperte Professor Dr. Wolfram von Rhein 2002 mit seinen Studierenden in die Tat um. Dazu gehörte auch die passende Dekoration: "Mal konnte man das Kino nur durch meterhohe Länder-Fahnenwände betreten, ein anderes Mal eskortierten prunkvolle Oldtimer, Cadillacs und Ferraris stilgerecht entlang des roten Eingangsteppichs", erinnert sich der Hochschullehrer an die Anfänge zurück.

Illustre Gästeschar

Der heutige Kommunikationschef der Telekom, Hans-Christian Schwingen brachte im Premierenjahr einen "Silbernen Löwen" aus Cannes für den prämierten Audi-Spot "Wackel-Elvis" mit. "2003 präsentierte BMW-Mini-Marketingchef Ernst von Heyking dann sogar einen ,Goldenen Löwen' und stellte die Hintergründe der Mini-Gewinnstory vor. Natürlich schmückten Minis in allen Farben diese Veranstaltung." Auf große Resonanz sei im Jahr 2006 auch der Auftritt von Bernd Michael gestoßen: "Der Ex-Europa-Chef der Kommunikationsagentur Grey und namhafte Markenexperte begeisterte mit seinem Vortrag ,Der Regelbruch'." Inzwischen war die Nachfrage nach dem Hochschulevent so groß geworden, dass das sechste Cannes-Lions-Festival in die Max-Reger-Halle wechseln musste. "Hier krönten Lasershows der TC Lasergroup zweimal die Abende."

"Ohne Sponsoren aus der Region, aber auch ohne das Engagement der großen Marken wäre das Festival nicht zu einem Höhepunkt im Weidener Veranstaltungskalender geworden", ist sich von Rhein sicher. "Rotkäppchen, Paulaner, Coca-Cola, Jägermeister und Mövenpick mit Indoor-Feuerwerk brachten die Côté d' Azur nach Weiden", was Schirmherr, Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch in seiner Begrüßungsrede beim siebten Cannes-Lions-Festival 2009 beeindruckt hervorhob.

Bei über 600 Gästen war der Vorbereitungsaufwand des Festivals mittlerweile so groß geworden, dass es nur noch alle zwei Jahre stattfand. Mit Professor Ralph Hartleben hatte sich von Rhein außerdem notwendige Verstärkung geholt. Wie es räumlich weitergeht, steht aber momentan noch in den Sternen. Von Rhein: "Leider kann uns die Stadt bei der Hallenmiete nicht mehr entgegenkommen." Vielleicht kehre deshalb das Festival wieder in das Neue-Welt-Kino zurück.

Sinnliches Bierfestival

Zusammen mit der Lehrbeauftragten und Biersommelière Nicole Püschel und einem Team aus 20 Studierenden organisierte von Rhein in einer einjährigen Vorbereitungszeit auch im Amberger Congress Centrum eine Großveranstaltung: Im November 2013 feierte das Bierkulturfestival "The Leading Beers - Kunst, Kabarett, Kulinarik - Beste Biere mit allen Sinnen erleben" Premiere. Es gab einiges zu verkosten: "Über 30 namhafte Brauereien waren vertreten", erinnert sich von Rhein, "darunter urtypische Oberpfälzer Zoiglbrauer aus Windischeschenbach, Amberger Traditionsunternehmen und mehrfach ausgezeichnete Privatbrauereien." In Seminaren erfuhren die Gäste außerdem etwa, wie sich Käse oder Schokolade vorzüglich mit Bier kombinieren lässt. "Auch Kabarett, Live-Musik unterschiedlichster Stilrichtungen, eine Haute-Couture-Trachten- und Hut-Modenschau und eine Charity-Vernissage stellten die Studenten auf die Beine. Zum sonntäglichen Weißwurstfrühstück spielte dann die ,Pirker Blasmusi' auf." Eine hochkarätige Runde mit Branchenexperten und dem amtierenden Biersommelierweltmeister diskutierte über das Thema "Vielfalt trotz Reinheitsgebot".

Engagierte Ideengeberin

Der erstmals vergebene Leading-Beers-Award schließlich ging an die Privatbrauerei Freudenberger. Von Rheins Fazit: "Am Ende konnten wir uns alle über eine gelungene Großveranstaltung freuen, die die Ideengeberin Nicole Püschel mit beispiellosem Einsatz dirigierte."

(Besser studieren: Im nächsten Beitrag zum Hochschul-Jubiläum am Mittwoch, 22. Oktober, geht es um den "Qualitätspakt Lehre" und Optimierung der Studienbedingungen.)
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